Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal trotz eines eher mauen Umfelds deutlich mehr verdient. Aufsichtsratschef Joachim Faber wird 2020 gehen.

Der um Sondereffekte wie Kosten für den Stellenabbau und Übernahmen bereinigte Gewinn sei um acht Prozent auf fast 292 Millionen Euro geklettert, teilte der im Dax gelistete Börsenbetreiber am Montag in Frankfurt mit.

Elf Prozent mehr verdient

Unter dem Strich verdiente die Deutsche Börse 275 Millionen Euro und damit elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Nettoerlöse stiegen um vier Prozent auf 721 Millionen Euro. Damit erfüllte die Deutsche Börse die Erwartungen der Experten beim Erlös, übertraf aber die durchschnittliche Prognose der Analysten beim Gewinn deutlich. Der Konzern bestätigte zudem seine Prognose für 2019 - demnach soll der bereinigte Gewinn um rund zehn Prozent steigen und die Erlöse aus eigener Kraft um mindestens fünf Prozent zulegen.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass der in der Kritik stehende Aufsichtsratschef Joachim Faber sein Amt mit Ablauf der Hauptversammlung 2020 niederlegt. Er hatte bereits bei dem Aktionärstreffen vor einem Jahr einen vorzeitigen Abtritt im Laufe seiner dritten dreijährigen Amtszeit angedeutet. Über die Nachfolge werde «zu gegebener Zeit» informiert.

Aufsichtratschef Faber geht

Das Krisenjahr 2017 hatte den heute 68-jährigen Faber, der seit Mitte 2012 an der Spitze des Aufsichtsgremiums steht, in die Kritik gebracht. Der geplante Zusammenschluss mit der Londoner Börse LSE scheiterte auch deshalb, weil den Verantwortlichen der Deutschen Börse ein Plan B für den Fall des Brexits zu fehlen schien.

Zudem brachte der Aufsichtsrat unter Fabers Vorsitz ein auf den inzwischen zurückgetretenen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter zugeschnittenes Vergütungsprogramm auf den Weg, das Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen möglichen Insiderhandels nach sich zog. Im Vorstandsvorsitz der Börse gab es bereits zum Jahreswechsel 2018 einen Neuanfang: Seither führt der langjährige HVB-Chef Theodor Weimer den Konzern.