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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wofür steht die Commerzbank nach 150 Jahren? Ein Kommentar

Commerzbank-Schild an einer Filiale in Frankfurt

Kein klares Geschäftsmodell und keine Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart: 150 Jahre nach ihrer Gründung weiß die Commerzbank nicht mehr, wofür sie eigentlich steht.

Wofür steht die Commerzbank? Dazu gibt es von der Bank 150 Jahre nach ihrer Gründung keine einleuchtende Antwort. Anfangs hatte sie noch ein klares Geschäftsmodell: Sie sollte den anziehenden Handel in Hamburg unterstützen. Dafür wurde sie einst auf Initiative von Kaufleuten ins Leben gerufen.  

Fatales Streben nach Größe

Ursula Mayer

Doch in den 150 Jahren danach strebt die Bank vor allem nach einem, nämlich nach Größe. Dabei scheitert sie an ihren eigenen hohen Ansprüchen, die Nummer eins in Deutschland zu werden. Dafür übernahm die Commerzbank vor zehn Jahren die größere Dresdner Bank und ÜBER-nahm sich auch. Anschließend musste sie im Zuge der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden.

Bis heute kränkelt das immer noch teilverstaatlichte Finanzinstitut, eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Bank versucht zwar, massenhaft neue Kunden anzulocken, indem sie ihnen für jedes neu eröffnete Gratiskonto eine Startprämie von 100 Euro gibt, aber das an sich ist keine Kunst.

Wie die Commerzbank mit ihren Kunden einmal nachhaltig Geld verdienen will, bleibt unklar. Auch ihre Online-Tochter Comdirect hätte die Bank schon längst integrieren können, um sich zu verschlanken und digitaler zu werden. Das soll jetzt, reichlich spät, geschehen.

Keine zündenden Ideen für die Zukunft

Die Zeit ist knapp. Immer neue Wettbewerber drängen auf den Markt, mit ihnen kommen zahlreiche technische Innovationen. Und mit dem klassischen Bankgeschäft Geld zu verdienen, wird immer schwieriger. Denn ein Ende der Zinsflaute ist nicht in Sicht.

Und was haben Deutschlands Privatbanken wie auch die Commerzbank all dem entgegenzusetzen? Wenig. Solange sie aber keine wirklich zündenden Ideen haben, ist ihre Zukunft 150 Jahre nach der Gründung mehr als ungewiss.

Immerhin sagt die Commerzbank, was sie nicht will. Sie will für die Mehrheit ihrer Kunden keine Strafzinsen einführen. Doch wie lange sie dieses Versprechen angesichts der schwierigen Zeiten wird halten können, ist fraglich.

Sendung: hr-iNFO, 26.02.2020, 12:35 Uhr