Die Bildkombination zeigt eine U-Bahn der VGF und die geplante Streckenverlängerung zum Frankfurter Berg.

Am südlichen Ende der U-Bahnlinie 5 wird die Strecke schon erweitert, jetzt soll sie auch im Norden ausgebaut werden: von Preungesheim bis zum Frankfurter Berg. Bis zur Fertigstellung ziehen allerdings noch einige Jahre ins Land.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found U5 wird auch im Norden ausgebaut

U5-Haltestelle Musterschule in Frankfurt
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Einen S-Bahn-Anschluss haben die Bewohner des Stadtteils Frankfurter Berg schon, in einigen Jahren soll nun auch eine U-Bahn-Anbindung hinzukommen. Die Strecke der U5 soll von der Endstation in Preungesheim um etwa eineinhalb Kilometer verlängert werden.

Es entstehen drei neue Stationen: August-Schanz-Straße, Berkersheimer Weg und der Halt Frankfurter Berg, der direkt neben der dortigen S-Bahn-Station liegen soll. Fahrgäste könnten dort dann in die S6 Richtung Bad Vilbel und Friedberg umsteigen.

Kosten über 30 Millionen Euro

Über das Projekt wird in Frankfurt schon lange gesprochen. Im Jahr 2010 gab es bereits eine Kosten-Nutzen-Analyse. Aus finanziellen Gründen hatte die Stadt die Umsetzung zwischenzeitlich wieder auf Eis gelegt. Doch eine aktuellere Berechnung sorgte nun für ein erneutes Umdenken. Neben dem bereits laufenden Ausbau der U5 ins Europaviertel wird die Linie auch nach Norden verlängert.

Mit rund 30 Millionen Euro wird die Verlängerung der Strecke bis zum Frankfurter Berg veranschlagt – das allerdings in der jüngsten Kalkulation aus dem Jahr 2016. Bei der Stadt rechnet man damit, dass die tatsächlichen Kosten höher ausfallen werden. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) geht zugleich davon aus, dass der Bund und das Land bis zu 80 Prozent der Kosten übernehmen könnten, weil die Zuschüsse für Bauprojekte im öffentlichen Nahverkehr im Moment deutlich erhöht werden.

Bahnen sollen Ende der 2020er Jahre fahren

Jetzt beginnen die konkreten Planungen für den Bau, sie werden von der Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF umgesetzt. Die ersten Bahnen sollen "Ende des kommenden Jahrzehnts" rollen, wie Oesterling schätzt. Die Schienen sollen neben der Homburger Landstraße verlaufen, im mittleren Abschnitt direkt vorbei an zahlreichen Wohnhäusern. Oesterling glaubt, dass es dort zu Protesten und Widerständen von Anwohnern kommen wird, die mehr Lärm vor ihrer Haustür fürchten.

370 Millionen Euro für Verlängerung ins Europaviertel

Am anderen Ende der Strecke ist das einfacher: Dort wird die U5 hinter dem Hauptbahnhof verlängert - bis zum neuen Europaviertel, das noch in der Entstehung ist. Auf einer Länge von 2,7 Kilometern werden vier neue Stationen samt einem neuen U-Bahntunnel gebaut. Ein riesiger, 580 Tonnen schwerer Tunnelbohrer gräbt sich derzeit durch die Erde. Der neue Teilabschnitt kostet über 370 Millionen Euro und soll 2024 in Betrieb gehen.

Danach will die Stadt die Strecke nach jetzigem Stand sogar noch ein Stück weiter verlängern, bis zum Römerhof, wo ein Neubaugebiet mit 2.000 Wohnungen entstehen soll. Die Vorplanungen dafür laufen bereits. Eine Kosten-Nutzen-Analyse soll später über konkrete Schritte entscheiden.

Mit diesem gigantischen Schneidrad wird der Tunnelbohrer bestückt.

Sendung: hr-iNFO, 21.11.2019, 17 Uhr