Der Dieselskandal kommt Opel näher: Das Bundesverkehrsministerium lädt den Rüsselsheimer Autobauer zur "amtlichen Anhörung". Grund sind mögliche Ungereimtheiten bei der Abgasreinigung von drei Modellen.

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Opel-Werk und Schilt: Licht an.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Anhörung zur Abgasreinigung bei Opel

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Nun womöglich also auch Opel: Der Autokonzern aus Rüsselsheim (Groß-Gerau) muss im Dieselskandal wegen der Funktion der Abgasreinigung bei drei Modellen Rede und Antwort stehen. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums bestätigte am späten Freitagabend, dass es "eine amtliche Anhörung gegen Opel wegen drei Euro-6-Modellen" gebe. Zuvor hatte "Bild am Sonntag" berichtet. Opel äußerte sich am Freitagabend nicht konkret zu den Vorwürfen.

"Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden", sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Nähere Angaben dazu und zur Zahl der betroffenen Fahrzeuge machte er nicht. Bild am Sonntag zufolge handelt es sich um weltweit 60.000 Dieselautos. Betroffen sein sollen die Modelle Cascada, Insigna und Zafira. Demnach hat Opel nun zwei Wochen Zeit für eine Stellungnahme an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Auffälligkeiten bei Marktüberwachung

Schon vor zweieinhalb Jahren hatte das KBA die Abschalteinrichtungen bei den Modellen Insignia, Zafira und Cascada entdeckt, damals waren 90.000 Fahrzeuge betroffen. Opel bot daraufhin für diese Autos ein freiwilliges Software-Update an. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Update-Aktion laufe noch und sei vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt.

Nach Informationen von hr-iNFO traten die neuen Hinweise auf eine möglicherweise unzulässige Abschalteinrichtung bei einer Marktüberwachung durch das KBA auf. In Deutschland sollen etwa 12.500 Fahrzeuge betroffen sein. Dem Opel-Sprecher zufolge ist dem Unternehmen von neuen Vorwürfen nichts bekannt.

Opel bislang unbehelligt

Anders als andere Autobauer hatte Opel bisher noch nicht mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Erste Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt waren vor mehr als einem Jahr eingestellt worden. Volkswagen hatte im September 2015 eingeräumt, bei Millionen von Dieselautos Abgastests manipuliert zu haben. Der Konzern stürzte daraufhin in eine schwere Krise.

Mittlerweile sind viele deutsche Autohersteller in den Abgas-Skandal verwickelt, es gibt Ermittlungen und unzählige Klagen. So werfen etwa Volkswagen-Anleger dem Konzern vor, zu spät über den sich anbahnenden Skandal in den USA informiert zu haben. Zudem verlangen Autobesitzer von mehreren Herstellern Schadenersatz oder Geld zurück, da sie sich getäuscht fühlen. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat Rückrufe angeordnet.