Die DRK-Kliniken in Kassel

Die DRK-Kliniken Nordhessen müssen Insolvenz anmelden. Das bedeute kein Ende der Krankenhäuser, verspricht die Geschäftsführung: Die Gehälter der rund 1.100 Mitarbeiter seien sicher, die Insolvenz biete auch eine Chance.

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Die DRK-Kliniken Nordhessen sind nicht mehr zahlungsfähig. Am Montag musste die Geschäftsführung beim Amtsgericht Kassel Insolvenz anmelden. Kündigungen seien nicht geplant, auch die Gehälter der rund 1.100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien sicher, versprach Geschäftsführer Alexander Lottis. Zuerst hatten die Seite lokalo24 und FFH berichtet.

Suche nach neuem Mehrheitsgesellschafter

Auch der Betrieb der Kliniken soll "ohne Einschränkungen" weiterlaufen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, insbesondere die Restrukturierung biete auch eine Chance, heißt es von der Geschäftsführung. Lottis sagte, er sei zuversichtlich "dass wir in einem transparenten Bieterverfahren einen verlässlichen und finanzstarken neuen Mehrheitsgesellschafter finden werden". Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe man sich gewünscht, den Schritt der Insolvenz vermeiden zu können.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found DRK Kliniken Nordhessen melden Insolvenz an

DRK-Kliniken Nordhessen
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Die Kliniken haben Standorte in Kassel und Kaufungen (Kassel). Jährlich versorgen die Kliniken nach eigenen Angaben rund 15.000 stationäre und 50.000 ambulante Patienten. Ein neuer Eigentümer könne die finanziellen Mittel mitbringen, in Gebäude und Medizintechnik zu investieren. Die finanzielle Sanierung der Kliniken sei durch die Corona-Pandemie und den Fachkräftemangel, der insbesondere die Pflege betroffen habe, ins Stocken geraten.

Gesellschafter konnten sich nicht einigen

Schon Ende Mai hatten die finanziell angeschlagenen Kliniken ein Ultimatum von den Banken gestellt bekommen, da waren auch zwei mögliche Investoren interessiert. Neben einem Verkauf wäre als andere Option die Zusammenarbeit mit einem Treuhänder gewesen.

Leider hätten sich die Gesellschafter nicht rechtzeitig auf einen gemeinsamen Weg einigen können, teilte Lottis mit. Nun sei man gezwungen gewesen, die Insolvenz anzumelden. Gesellschafter der Kliniken sind die DRK-Schwesternschaft und der Kaufunger Verein DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE). Zuletzt hatte es immer wieder Uneinigkeiten in der Führung der DRK-Nordhessen gegeben.

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Die DRK-Kliniken Nordhessen

In den DRK-Kliniken Nordhessen arbeiten rund 1.100 Menschen. Neben unterschiedlichen Fachkliniken und Kompetenzzentren hat das Rote-Kreuz-Krankenhaus eine zentrale Notaufnahme. Auf dem Dach des Standorts Kassel-Wehlheiden ist der Rettungshubschrauber Christoph 7 stationiert, der für den gesamten nordhessischen Raum zuständig ist.

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