Vollelektrisches Müllfahrzeug im Test
Der Gast aus der Schweiz sammelt für drei Tage in Frankfurt Müll ein. Bild © picture-alliance/dpa

Im Frankfurter Norden testet der lokale Entsorger FES ein neues Elektro-Müllauto. Es ist teuer in der Anschaffung - könnte aber der Stadt helfen, ein Dieselfahrverbot zu verhindern.

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Elektrik statt Diesel: In Frankfurt testet die Entsorgungs- und Service GmbH (FES) seit Montag ein vollelektrisches Müllfahrzeug. Drei Tage lang soll das in der Schweiz entwickelte Fahrzeug "Futuricum" in Frankfurt vor allem im Nordwesten und damit in der Nähe des Depots in Heddernheim im Einsatz sein.

Dadurch entfallen lange Fahrten im gesamten Sammelgebiet, die die Batterie beanspruchen. Erst abends soll das Fahrzeug an eine Schnellladestelle angeschlossen werden. Eine Müll-Sammeltour umfasst nach Angaben der FES 800 bis 900 Abfalltonnen täglich.

Drohendem Fahrverbot begegnen

"Wir diskutieren, wie wir mit dem drohenden Fahrverbot in Frankfurt umgehen", sagte die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Für Stadt und FES sei es daher wichtig, "bei zukunftsweisender schadstoffarmer Technologie ganz vorn dabei zu sein." Neben dem öffentlichen Nahverkehr komme der Entsorgung hierbei eine Schlüsselrolle zu.

Wegen der Luftverschmutzung vor allem durch Dieselmotoren könnte in Frankfurt ein Dieselfahrverbot eingeführt werden. Die Stadt hofft aber, das noch vermeiden zu können. Dazu beitragen könnten auch mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark.

Doppelt so teuer wie herkömmliches Müllfahrzeug

Ob das "Futuricum" künftig auch in größerer Stückzahl in Frankfurt unterwegs sein wird, entscheiden allerdings nicht nur die Ergebnisse des Praxistests: Der Anschaffungspreis ist den Angaben zufolge etwa doppelt so hoch wie beim herkömmlichen Müllfahrzeug.

"Futuricum" ist nicht der einzige Versuch der FES mit Alternativen zu Dieselmotoren. Aktuell werde auch der erdgas-elektrisch angetriebene Prototyp eines Müllfahrzeugs getestet, sagte FES-Geschäftsführer Dirk Remmert. Das Unternehmen warte zudem auf die Bewilligung von zwei Förderanträgen, um ein Müllfahrzeug und einen Mülltonnentauscher auf Elektroantrieb umzurüsten. Zum Fuhrpark des Unternehmens gehören außerdem bereits mehrere E-Autos und -Nutzfahrzeuge.