Das Alte Polizeipräsidium im Luftbild.
Das Alte Polizeipräsidium im Luftbild. Bild © Klaus Helbig / BNP Paribas Real Estate

Jetzt ist es offiziell: Das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt wechselt in den Besitz des Düsseldorfer Projektentwicklers Gerch Group. Rund 800 Millionen Euro soll die Neubebauung des Filet-Grundstücks kosten. Um das Projekt haben Land und Stadt heftig gestritten.

Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt.
Das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt ist baufällig. Bild © picture-alliance/dpa

Für 212,5 Millionen Euro verkauft das Land Hessen das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt an den Düsseldorfer Projektentwickler Gerch Group. Das gab Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Donnerstag bekannt. Zuvor hatten schon mehrere Medien darüber berichtet.

"Frankfurt kann sich freuen. An prominenter Stelle in der Stadt tut sich nun etwas", sagte er. In den kommenden Jahren könnten auf dem Areal zwischen Hauptbahnhof und Messe ein modernes Gebäudeensemble mit Wohnungen, Büros und einem Hotel entstehen. Schäfer sagte weiter, es komme eine Kindertagesstätte hinzu sowie eine Turnhalle für die Falkschule.

Projektentwickler will 800 Millionen Euro investieren

Damit sind nach Ansicht des Ministers die Anforderungen, die die Stadt Frankfurt an die künftige Nutzung des Geländes gestellt hat, erfüllt. Den Verkaufserlös will das Land Hessen vollständig im Raum Frankfurt reinvestieren, laut Schäfer vor allem im Bereich Bildung und Wohnungsbau. Der Haushaltsausschuss des Landtags soll dem Verkauf der Immobilie in seiner Sitzung am 14. März zustimmen.

Die Gerch Group rechnet nach eigenen Angaben mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Millionen Euro für die Entwicklung des Alten Polizeipräsidiums. Baubeginn soll 2022 sein, fertig werde das Gesamtprojekt wohl bis 2026.

Hochhaus möglich

Das bisher dem Land gehörende Gelände mit dem früheren Polizeipräsidium umfasst mehr als 15.000 Quadratmeter Fläche. Was genau neu gebaut werden soll, wird ein Architekten-Wettbewerb entscheiden. Das Baurecht ermöglicht an dem Ort ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Büro und Hotel, auf dem auch ein Hochhaus mit maximal 145 Metern Höhe entstehen kann.

Das seit 2002 leerstehende Präsidium ist baufällig. Im September vergangenen Jahres startete das Land das Verkaufsverfahren, bei dem es mit mehreren Interessenten verhandelte. Im November war von zehn Bietern die Rede, die in die nächste Runde gingen.

Zankapfel zwischen Stadt und Land

Stadt Frankfurt und Land haben um den Verkauf gestritten. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warf dem Land vor, es treibe wie ein "privater Spekulant" den Preis für das Gelände so stark in die Höhe, dass dort Luxuswohnungen und teure Büros entstünden. Daran habe Frankfurt kein Interesse.

Vor rund einer Woche schaltete sich auch SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ein. Er warf CDU-Finanzminister Schäfer vor, die Öffentlichkeit bewusst beim Immobilientransfer zu täuschen. Das Finanzministerium verwies darauf, dass zu 40 Prozent Wohnraum entstehen soll. Rund ein Drittel davon sollen Sozialwohnungen sein.

Sendung: hr-iNFO, 01.03.2018, 9.00 Uhr