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Durchsuchungen bei der IHK Kassel-Marburg

Ermittler haben am Dienstag die Geschäftsräume der Industrie- und Handelskammer in Kassel durchsucht. Es geht um den Verdacht der Untreue gegen den IHK-Hauptgeschäftsführer Klein-Zirbes. Die Vorwürfe stammen aus seiner Zeit bei der Handwerkskammer des Saarlandes.

Ist der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, Arnd Klein-Zirbes, in Unregelmäßigkeiten bei seinem früheren Arbeitgeber verwickelt? Wegen eines entsprechenden Verdachts ließ die Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Dienstagmorgen Geschäftsräume der IHK Kassel-Marburg in Kassel, der Handwerkskammer (HWK) Saar in Saarbrücken sowie Wohn- und Geschäftsräume im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchsuchen. Dabei wurden elektronische Daten und Datenträger sichergestellt.

Grund für die Durchsuchung ist der Verdacht der Untreue sowohl gegen Klein-Zirbes aus seiner Zeit als stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei der Handwerkskammer Saar als auch gegen den saarländischen Landtagsabgeordneten und Saar-HWK-Präsidenten Bernd Wegner. Beide weisen die Vorwürfe zurück. Zunächst hatte der Saarländische Rundfunk (SR) berichtet.

Dienstwagen, Essenseinladungen, Unregelmäßigkeiten

Für Klein-Zirbes und Wegner sollen zwischen 2017 und 2020 teure Dienstfahrzeuge angeschafft worden sein, die auch Familienmitglieder beider Amtsträger genutzt haben sollen. Weitere Vorwürfe betreffen Essenseinladungen von Mitarbeitenden der HWK Saar, die Geburtstagsfeier zum 50. von Klein-Zirbes und dessen Verabschiedung aus Saarbrücken, die es auf Kosten der Kammer gegeben haben soll.

Zudem soll es bei der Vergabe von Aufträgen für die Kammer selbst zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Demnach habe man diese teilweise nicht ordnungsgemäß ausgeschrieben, sondern sie insbesondere an Vorstandsmitglieder vergeben, berichtet der SR.

IHK Kassel-Marburg hält sich bedeckt

Was bedeuten die Ermittlungen gegen Klein-Zirbes für seinen Job bei seinem jetzigen Arbeitgeber? Dazu will sich der Pressesprecher der IHK Kassel-Marburg, wo Klein-Zirbes seit 2020 arbeitet, nicht äußern. Man bestätige zwar die Durchsuchungen von Dienstagmorgen, wolle die laufenden Ermittlungen aber nicht kommentieren, heißt es. Bei den Vorwürfen handele es sich ausschließlich um Angelegenheiten aus der vorangegangenen Tätigkeit des Hauptgeschäftsführers, die nicht im Zusammenhang mit der IHK Kassel-Marburg stünden.

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