Blick in das Opel-Entwicklungszentrum.

Der Autohersteller Opel hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Zukunft von überzähligen Mitarbeitern seines Entwicklungszentrums geeinigt. Bis zu 2.000 Ingenieure können zum Dienstleister Segula wechseln.

Opel hat einen wichtigen Schritt zur Verkleinerung seines Entwicklungszentrums am Stammsitz Rüsselsheim gemacht. Mit dem Betriebsrat einigte sich das Management des zum französischen PSA-Konzern gehörenden Autoherstellers auf eine gemeinsame Vorgehensweise beim geplanten Wechsel zahlreicher Opel-Ingenieure zum französischen Dienstleister Segula Technologies, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten.

Wechsel, Abfindung oder Vorruhestand

Demnach könne jeder Ingenieur wählen, ob er zu Segula geht oder eine Abfindung kassiert. Deren Höhe richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Für Mitarbeiter der Jahrgänge bis 1963 soll es ein erweitertes Vorruhestands- und Altersteilzeitangebot geben. Opel verkleinert damit seine eigene Entwicklungsmannschaft um 2.000 auf 5.000 Mitarbeiter.

Rüsselsheim soll weiterhin ein Kern des Entwicklungsnetzwerks des Unternehmens sein. Das Entwicklungszentrum werde unter anderem Design und Entwicklung aller zukünftigen Opel/Vauxhall-Modelle übernehmen. Zusätzlich sei es verantwortlich für weltweite Aufgaben innerhalb des PSA-Konzerns, etwa bei der Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen und einer neuen Motorenfamilie.

Betroffene demonstrierten gegen Pläne

Opel hatte sich im November mit dem französischen Ingenieursdienstleister Segula auf den Verkauf von Teilen seines Entwicklungszentrums geeinigt. Bis zu 2.000 Mitarbeiter sollten bis zum Sommer zu Segula wechseln, was zu Protesten der Mitarbeiter führte. Im Dezember demonstrierten hunderte Opelaner gegen den Verkauf.

Hintergrund des Verkaufs sind fehlende Entwicklungsaufträge des früheren Opel-Mutterkonzerns General Motors nach der Übernahme durch die PSA-Gruppe. Einst haben die Aufträge aus Detroit die Hälfte des Arbeitsvolumens der Rüsselsheimer ausgemacht.

Sie laufen früheren Angaben zufolge spätestens im Jahr 2020 aus. In dem Zentrum am Opel-Stammsitz arbeiten derzeit noch rund 7.000 Menschen. Opel kann das Zentrum nach eigenen Angaben nicht mehr auslasten.

280 Opel-Azubis werden übernommen

Ebenfalls teilten Opel und der Betriebsrat am Mittwoch mit, dass man rund 280 Auszubildende zwischen Sommer 2018 und Winter 2019 unbefristet übernehmen wolle. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen bestätigt, dass am Stammsitz in Rüsselsheim 50 Ausgebildete entlassen werden sollten, die nach ihrem Abschluss nur Jahresverträge erhalten hatten.

Sendung: hr-iNFO, 20.03.2019, 12 Uhr