Nördliche Mainuferstraße Mainkai in Frankfurt beim Historischen Museum
Nördliche Mainuferstraße Mainkai in Frankfurt beim Historischen Museum. Bild © picture-alliance/dpa

Frankfurt macht Ernst: Ab August wird die nördliche Mainuferstraße für Autos gesperrt. Bis dort die gewünschte Flaniermeile entsteht, dürfte aber noch viel Wasser den Main hinunterfließen.

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Nördliche Mainuferstraße Mainkai in Frankfurt beim Historischen Museum

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stadt Frankfurt sperrt ab August Mainuferstraße

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Ab wann soll es losgehen und wo wird gesperrt?

Die probeweise Sperrung für den Autoverkehr beginnt am 2. August, zeitgleich mit dem Mainfest. Dann gehört der Bereich zwischen Untermainbrücke und der Straße Zum Pfarrturm nahe der Alten Brücke ein Jahr lang ganz den Radfahrern und Fußgängern.

Was will die Stadt damit erreichen?

Die Stadt Frankfurt möchte damit die Attraktivität des Mainufers und der gesamten Innenstadt erhöhen. Autolärm und Abgase sollen verschwinden, Lebensqualität und Lebensgefühl sich verbessern. Die Stadt malt sich eine Flaniermeile für Radler, Fußgänger, Kinderwagen und Tretroller aus. Die stark befahrenen Straßen Untermainkai und Mainkai trennen derzeit zwei Touristenmagnete: die neue Altstadt mit dem Römerberg und den Main auf Höhe des Eisernen Stegs. Wenn dort keine Autos mehr fahren dürfen, fällt diese Trennung weg.

Karte von einem Teil der Frankfurter Innenstadt, wo Autos ab August eine Straße nicht mehr befahren dürfen
Autos, Lastwagen und Motorräder müssen ab August einen Bogen um das nördliche Frankfurter Mainufer zwischen Untermainbrücke und der Straße Zum Pfarrturm machen. Bild © hessenschau.de

Warum wird das nördliche Mainufer nur für ein Jahr und nicht dauerhaft gesperrt?

In dem Probejahr will man herausfinden, welche Auswirkungen die Sperrung hat - vor allem auf den Autoverkehr. Die Stadt will Daten und Erfahrungen sammeln und anschließend auswerten. Dazu benötige man mindestens ein Jahr, hieß es am Montag bei der Vorstellung der Pläne. Danach werde es noch fünf bis sechs Monate bis zur Entscheidung dauern, ob das nördliche Mainufer dauerhaft gesperrt wird. Ziel von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) ist es, die Straße dauerhaft für den Autoverkehr zu sperren.

Wie viele Autos fahren normalerweise am nördlichen Mainufer? Wohin sollen sie ausweichen?

Laut städtischem Verkehrsdezernat nutzen täglich rund 20.000 Autos und Lastwagen die Strecke. Der Verkehr dürfte vor allem auf die vierspurige, parallel verlaufende Berliner Straße ausweichen. In Sachsenhausen auf der südlichen Seite des Mains befürchten Anwohner, dass sie die Sperrung empfindlich spüren werden, weil mehr Lkw und Autos dann dort entlang fahren. Verkehrsdezernent Oesterling sagt, dass das nördliche Mainufer beim jährlich stattfindenden Mainfest und beim Fest zur Eröffnung der neuen Altstadt bereits gesperrt wurde, ohne dass es Probleme gab.

Was kostet das Ganze?

Laut Magistratsbeschluss liegen die voraussichtlichen Kosten für die Sperrung bei knapp 84.000 Euro.

Eine Flaniermeile direkt am Fluss erhöht die Attraktivität jeder Stadt. Gibt es schon Ideen, was dort alles passieren könnte?

Die Ideen sind laut Stadt Frankfurt vielfältig. So sei es denkbar, Tangotanzen unter Bäumen anzubieten. Eiscafés könnten Platz finden oder Flammkuchen- und Kunsthandwerkstände in der Weihnachtszeit. Womöglich stellt das Umweltdezernat Infostände auf.

Ein Interessent habe beim Verkehrsdezernat angefragt, ob er ein Wassertaxi von einer Mainseite zur anderen betreiben könne. Allerdings seien solche Dinge nur denkbar, wenn es zu einer dauerhaften Sperrung komme, sagt Oberbürgermeister Feldmann. Für ein Jahr lohnten sich feste Stände nicht. Größere Umbauten soll es während der Probephase nicht geben. Restaurants und Cafés sollen aber ihren Außenbereich erweitern dürfen.

Sendung: hr-iNFO, 20.05.2019, 18.42 Uhr

Ihre Kommentare Sperrung des Frankfurter Mainufers für Autos - prima oder gaga?

40 Kommentare

  • Ich finde dies eine absolute Frechheit! Ich wohne in der Stadt und dies ist mein täglicher Weg zur Arbeit. Da ich in einer anderen Stadt arbeite, bin ich zudem auf das Auto angewiesen.

    Jährlich kollabiert der Innenstadtverkehr, sobald das Mainufer bzw. auch andere Straßenteile für Feste oder ähnliches gesperrt werden.

    Niemand macht sich auch im geringsten Gedanken darüber, was die Folgen solcher Aktionen sein können! Der Verkehr wird andere Straßenteile belasten und dort zum Stillstand führen.



  • Das ist Typische Grüne Politik und absolut unnötig.

  • Als Ex-Frankfurter muss ich sagen: Tolle Idee! Warum macht man das nur für ein Jahr?

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