Angehörige warten am Flughafen Frankfurt auf Passagiere vom vorerst letzten Flug aus London-Heathrow

Wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus darf niemand mehr aus Großbritannien einreisen. Ausländische Ankommende mussten sich noch am Flughafen Frankfurt testen lassen. Ebenso ging es Passagieren aus Südafrika.

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hs
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Rund 120 Passagiere aus Großbritannien haben die Nacht zum Montag im Transitbereich des Flughafens Frankfurt verbringen müssen. Das lag an den seit diesem Montag geltenden Landeverboten für aus Großbritannien kommenden Flugzeuge wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus, die in London und im Südosten Englands grassiert.

Die Einreise für Flugreisende aus Großbritannien wurde bereits am Sonntagabend gestoppt. Betroffen waren nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport insgesamt fünf Flüge. Nach Angaben der Bundespolizei kamen einige hundert Passagiere mit den Maschinen in Frankfurt an.

Corona-Massentest noch im Transitbereich

Noch am Gate wurden die Fluggäste in zwei Gruppen unterteilt, wie ein Sprecher der Bundespolizei weiter berichtete. Deutsche Staatsbürger konnten den Flughafen direkt verlassen, müssen sich aber in eine mindestens fünftägige Quarantäne begeben und testen lassen.

Alle Reisenden mit ausländischem Pass mussten im Transitbereich einen Coronatest vornehmen lassen. Dort war ein Testcenter eingerichtet worden. Trotz Überstunden im Testcenter kamen nicht mehr alle Fluggäste an die Reihe. Etwa 120 von ihnen mussten auf Feldbetten im Transitbereich übernachten.

Qurantäne-Hotel für positiv Getestete

Seit Montagmorgen wurden die verbliebenen Passagiere getestet. Danach mussten sie an Ort und Stelle auf ihr Testergebnis warten. Wessen Schnelltest negativ ausfalle, dürfe einreisen, sagte der Bundespolizeisprecher. Positiv Getestete müssten sich in ein eigens dafür angemietetes Hotel in Quarantäne begeben.

Am Montag gab es ähnliche Anweisungen für Reisende aus Südafrika: Während einreisende Deutsche sich sofort in Quarantäne begeben müssen, müssen alle anderen Fluggäste in Maschinen aus Kapstadt oder Johannesburg zunächst einen Coronatest machen. Auch in Südafrika ist eine besonders ansteckende Variante von Sars-CoV-2 aufgetaucht.

Rund 70 Reisende warten noch

Am Montagnachmittag hatte sich die Lage deutlich entspannt. Knapp 100 Reisende warteten entweder auf ihr Testergebnis oder auf die Möglichkeit, sich testen zu lassen. "Wir gehen davon aus, dass bis zum Abend alle ihr Ergebnis kennen", sagte der Sprecher. Neun Flüge aus Großbritannien, die am Montag regulär in Frankfurt erwartet worden wären, waren nach Angaben eines Flughafensprechers von dem seit Mitternacht geltenden Landeverbot betroffen.

Am Montagvormittag warteten noch 70 Reisende auf ihre Testergebnisse. Insgesamt 87 waren nach Angaben der Bundespolizei noch ungetestet, unter ihnen 58 Passagiere eines Lufthansa-Fluges aus Südafrika. Insgesamt waren vier der Tests mit Stand Montag positiv, teilte das Gesundheitsdezernat der Stadt Frankfurt am Dienstag auf hr-Anfrage mit. Ob es sich dabei um die neuartige Virus-Variante handelt, ist unklar. Die Tests würden nur eine generelle Infektion mit dem Virus anzeigen, nicht ob es sich dabei um die ansteckendere Mutation handelt, so das Gesundheitsdezernat. Ob weitere Tests der Einreisenden - darunter auch aus Südafrika - am Dienstag positiv ausfielen, konnte am Dienstag noch nicht gesagt werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 21.12.2020, 19.30 Uhr