Satelliten-Abschuss

Das Unternehmen SpaceX von Elon Musk will mit dem Projekt Starlink schnelles Internet mittels Satelliten in jeden Winkel des Planeten bringen. Jetzt wird offenbar der deutsche Markt angepeilt. Stützpunkt des deutschen Ablegers ist in Frankfurt.

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hessenschau vom 10.11.2020
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Abwegig oder visionär? Die Projekte von Tesla-Gründer Elon Musk klingen oft wie aus einem Science-Fiction-Film. Eines zu seiner zum SpaceX-Imperium gehörenden Projekte ist Starlink: Internet aus dem Weltall. Mittels tausender Satelliten soll Starlink schnelles Internet auch in die entlegensten Ecken der Welt bringen.

Handelsregistereintrag in Frankfurt

In den USA ist die Firma seit einigen Wochen testweise am Start, jetzt soll offenbar Deutschland folgen - und zwar von Frankfurt aus. Hier hat der deutsche Starlink-Ableger seinen juristischen Sitz. Die Starlink Germany GmbH wurde bereits am 26. August gegründet und Ende Oktober ins Handelsregister in Frankfurt eingetragen, wie das Amtsgericht Frankfurt dem hr bestätigte.

"Wenn alles nach Plan läuft, starten wir in Deutschland noch in diesem Jahr", sagte Starlink-Manager Hans Königsmann der Wirtschaftswoche. Starlink sei bereits bei der Bundesnetzagentur als Telekommunikationsunternehmen registriert und warte auf die letzten Genehmigungen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) begrüßte das Projekt. Es belege die "internationale Bedeutung des Rhein-Main-Gebiets", schrieb er am Dienstag auf Twitter.

900 Satelliten im All

Tatsächlich wurden für Starlink bereits rund 900 Satelliten ins All geschossen, es sollen aber noch viel mehr werden - mindestens 12.000, vielleicht aber auch 40.000. Die Satelliten sollen die Signale untereinander weitergeben und dann vom Endnutzer empfangen werden. In den USA wird das gerade getestet: Das Startpaket mit Satellitenschüssel und Router kostet dort 500 Dollar sowie 99 Dollar monatliche Gebühren.

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Details zur Gebührenstruktur für Deutschland stünden noch nicht fest, sagte Königsmann. "Aber wir werden uns an dem orientieren, was der lokale Markt zulässt."

Experten warnen vor Crashs im All

Das Starlink-Projekt ist umstritten: Experten kritisieren, dass die schiere Menge an Satelliten zu brenzligen Situationen im All führen könnte. Je mehr Objekte in den Umlaufbahnen um die Erde fliegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Satelliten mit anderen Objekten kollidieren. Da inzwischen viele Systeme - zum Beispiel Navigationssysteme - von Satelliten abhängig sind, könnte ein Crash im All zu erheblichen Problemen führen. Auch Astronomen beklagen die Menge an Satelliten: Denn die reflektieren das Sonnenlicht, was es wiederum schwieriger macht, ins Weltall zu schauen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.11.2020, 19.30 Uhr