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Preise an den Zapfsäulen sorgen für Unverständnis

An vielen Tankstellen in Hessen haben sich mit dem Ende des Tankrabatts die Preise für Benzin und Diesel deutlich verteuert. Einige Autofahrer reagieren mit Unverständnis. Der ADAC rät deshalb zu regionalen Preisvergleichen.

Mit dem Ende des sogenannten Tankrabatts sind die Spritpreise in der Nacht zum Donnerstag deutlich gestiegen. Laut ADAC ist im Vergleich zum Mittwoch der Liter E10-Benzin um rund 25 Cent teurer geworden und der Liter Diesel um rund 10 Cent.

In Kassel zum Beispiel bewegt sich der Dieselpreis aktuell zwischen 2,08 Euro und 2,26 Euro pro Liter, in Darmstadt zwischen 2,14 Euro und 2,27 Euro. Im Tagesverlauf und regional schwanken die Preise aber in großen Spannen.

Entsetzen an der Tankstelle

Die Spritpreis-Entwicklung sorgte am Donnerstagmorgen bei vielen Autofahrerinnen und Autofahrern für Unverständnis. "Einfach nur erschreckend und nicht nachvollziehbar", sagte Silvia Hänel, die gerade an einer Tankstelle in Maintal-Hochstadt (Main-Kinzig) 62 Euro für 27 Liter Diesel gezahlt hatte - also 2,24 Euro für einen Liter Diesel. "Das ist einfach irre."

Die Autofahrerin braucht ihren Wagen für den Weg zur Arbeit und hat ihren noch nicht leeren Tank extra aufgefüllt, "damit ich noch etwas Luft habe - die Aussichten sind ja nicht positiv."

44 Liter Diesel für 100 Euro

Resignation machte sich bei Dieter Brandt breit, der in der Maintaler Tankstelle auf dem Weg von seiner Nachtschicht für fast 100 Euro getankt hatte. 44 Liter Diesel bekam er dafür: "Das ist viel zu teuer. Vor einem Jahr habe ich für 70 Euro vollgetankt, jetzt brauche ich fast das Doppelte. Aber was soll man machen?"

Autoschlangen vor einer Tankstelle in Bad Homburg

Immerhin erhält er von seinem Arbeitgeber monatlich einen Tankgutschein im Wert von 50 Euro. Denn für seinen Weg zur Arbeit als Maschinenschlosser im Wechsel-Schichtdienst könne er nicht aufs Auto verzichten. Für die Strecke von Freigericht nach Maintal und zurück lege er täglich insgesamt 60 Kilometer zurück - "da kann man nicht einfach aufs Rad umsteigen".

ADAC rät zum Preisvergleich

Eine Sprecherin des ADAC Hessen-Thüringen riet wegen der steigenden Spritpreise dazu, online die Preise zu vergleichen und dann die günstigste Tankstelle im näheren Umkreis anzufahren.

Denn während bei einigen Tankstellen die Spritpreise deutlich angestiegen seien, befänden sie sich bei anderen auf dem Vortagesniveau. Das liege unter anderem daran, dass einige Tankstellenbesitzer noch zum alten Preis eingekaufte Restbestände hätten, und diesen Preis an die Kunden weitergäben. Auch seien freie Tankstellen meist günstiger.

Zudem lohne es sich, abends zwischen 18 und 19 und zwischen 20 und 21 Uhr zu tanken, so die ADAC-Sprecherin. Morgens seien die Preise am höchsten - der Unterschied könne im Tagesverlauf bis zu 13 Cent pro Liter betragen.

Ende nach drei Monaten Tankrabatt

Der seit dem 1. Juni geltende Steuernachlass auf Kraftstoffe war am Donnerstag zum Monatswechsel ausgelaufen. Der Tankrabatt war eine von mehreren Entlastungsmaßnahmen der Regierung zur Abfederung der hohen Inflation. Die Energiesteuer inklusive Mehrwertsteuer sank damit für Diesel um 16,7 Cent pro Liter, für Superbenzin um 35,2 Cent pro Liter.

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55 Kommentare

  • An der Börse kostet Öl 88 Dollar, deshalb ist es an der Tankstelle teurer geworden und es kostet nur die Politik, weil ein Barrel wie vor dem Krieg in der Ukraine liegt, also im Bereich von 80 bis 92 Dollar.

  • das Auto bleibt so oft wie möglich stehen

  • Pendel zwischen Wetzlar und Gießen. Nutze nur noch den Roller. Bahn kann man, trotz der eigentlichen 10 Minuten Fahrzeit, wegen der Festen Anfangszeiten vergessen. Das Auto nutze ich um nach meinen pflegebedürftigen Angehörigen zu schauen.bei einer Vollzeitstelle nach dem Rechten zu schauen, wenn der Bus alle 2h in eine Richtung fährt, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die 88-jährige, demente Oma oder den Arthrotischen Opa aufs Rad spannen um in die 20 km entfernte Klinik zu kommen?! Geht leider nicht. Gerne würde ich weniger fahren, nur klappt es im richtigen Leben nicht.

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