Audio

Rüsselsheimer Gas-Ampel soll zum Sparen animieren

Alle sollen Gas sparen, damit Deutschland gut über den Winter kommt. Doch klappt das überhaupt? Die Rüsselsheimer können ihre Bemühungen jetzt anhand einer Gas-Ampel täglich nachvollziehen. Der Auftakt kann sich sehen lassen.

Heizung runter, Fenster zu, kalt duschen: Das Motto des kommenden Winters lautet "Gas sparen!". Ob die Maßnahmen wirklich greifen und der Verbrauch tatsächlich sinkt, lässt sich für Bürgerinnen und Bürger aber oft nur schwer nachvollziehen.

In Rüsselsheim ist das seit September anders: Dort haben die Stadtwerke eine Gas-Ampel eingeführt, die jeden Tag anzeigt, ob und um wie viel der Verbrauch im Vergleich zu den Vorjahren gesunken ist.

"Wir wollen einfach mal zurückmelden, wie erfolgreich wir mit den Einsparungen sind und wie viel Gas wir gespart haben", erklärt Hans-Peter Scheerer, Geschäftsführer der Stadtwerke Rüsselsheim, die Idee, die hinter der Ampel steckt.

Positive Zwischenbilanz

Die Gas-Ampel wird jeden Tag um 9 Uhr auf der Internetseite der Stadtwerke aktualisiert. Das System ist simpel und leicht zu verstehen: Steht die Ampel auf rot, war der Verbrauch am Vortag höher als der Durchschnitt des gleichen Tags in den drei Vorjahren. Zeigt sie gelb, wurden bis zu 15 Prozent eingespart.

Grün wird die Ampel dann, wenn der Verbrauch mehr als 15 Prozent niedriger war. Damit orientieren sich die Stadtwerke am ausgegebenen Ziel aller EU-Länder, bis Ende März den Verbrauch um jene 15 Prozent senken zu wollen.

Die bisherige Bilanz in Rüsselsheim fällt sehr positiv aus. Die Monate Oktober und November stehen komplett auf grün, im gesamten Oktober wurden nach Messung der Stadtwerke rund 32 Prozent Gas gespart, im November bislang sogar 39 Prozent. Weniger gut lief es im September: In dem Monat lag der Verbrauch rund 17 Prozent über Vorjahresniveau, entsprechend zeigte die Monatsampel rot.

Wetter hilft kräftig mit

Scheerer will die Ergebnisse aber auch nicht überbewerten, denn er weiß, dass das Wetter ordentlich nachgeholfen hat. "Es ist schwer zu sagen, wie viel auf Sparverhalten und wie viel auf die milde Witterung zurückzuführen ist", so der Geschäftsführer.

Die Stadtwerke hätten zwischenzeitlich überlegt, die Ergebnisse um die Witterung zu bereinigen, den Ansatz aber wieder verworfen. "Es ist egal, warum wir einsparen. Wichtig ist nur, dass wir sparen. Und wir wollen zeigen, ob wir es geschafft haben oder nicht."

Aus welchem Grund auch immer: Im Oktober und November hat Rüsselsheim das Sparziel der EU deutlich übertroffen. Sogar die vom Potsdam-Institut für Klimaforschung geforderte Senkung von 30 Prozent wurden erfüllt.

Es bleibt abzuwarten, ob die Rüsselsheimer auch noch so sparsam sind, wenn die Temperaturen deutlich sinken sollten. Scheerer ist zuversichtlich, dass seine Ampel dazu einen wichtigen Beitrag leisten kann: "Der beste Weg, Energie zu sparen, ist, den Verbrauch auch wirklich zu kontrollieren."

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen