Ein grünes Piktogramm kennzeichnet den Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt

Er ist keine vier Kilometer lang. Doch Politiker und Verkehrsexperten sehen in dem Radweg den Beginn einer verkehrspolitischen Wende. Denn die Strecke bei Egelsbach ist der erste fertig Abschnitt der ersten hessischen Fahrrad-Autobahn.

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Für Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir stellt dieser Donnerstag nicht weniger als einen "großen Tag für nachhaltige Mobilität in Hessen" dar. Der Grünen-Politiker ist eigens aus Wiesbaden angereist, um an diesem Vormittag den ersten Abschnitt des ersten Radschnellwegs Hessens zu eröffnen.

Es ist kein besonders langes Teilstück: 3,6 Kilometer zwischen Egelsbach im Kreis Offenbach und dem Darmstädter Stadtteil Wixhausen. Und doch, so hoffen die Initiatoren, der Beginn einer verkehrstechnischen Wende.

Radfahren mit Tempo 20

Vier Meter breit, asphaltiert und beleuchtet: So präsentiert sich dieser Abschnitt der Fahrradautobahn, die in naher Zukunft Frankfurt und Darmstadt verbinden soll. Auf der 30 Kilometer langen Expressroute sollen Radfahrer künftig ungestört vom Autoverkehr unterwegs sein können. Dies soll vor allem Pendler zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad bewegen.

Streckenverlauf des Radschnellwegs zwischen Frankfurt und Darmstadt (blau). Da erste Teilstück zwischen Egelsbach und Wixhausen ist rot markiert.

Der Spatenstich für den Abschnitt erfolgte im Oktober 2018. 4,34 Millionen Euro haben Land und Kommunen investiert. Bis 2022 soll die gesamte Strecke fertiggestellt sein. Kostenpunkt: rund 43 Millionen Euro – wovon ein Fünftel von den Kommunen getragen wird.

Potenzial für bis zu 42 Radschnellwege

"Wir wollen mehr Radfahrinfrastruktur in den Städten und Gemeinden und zwischen den Städten haben“, erklärte Al-Wazir bei der Eröffnung. Die Strecke Frankfurt-Darmstadt macht den Anfang. Mit 2000 bis 3000 Radfahrern pro Tag, rechnet Jürgen Follman, Dekan des Fachbereichs Bauingenieurswesen, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität hatte in Hessen 42 Korridore für mögliche Radschnellwege identifiziert – vor allem auf Strecken zwischen größeren Städten wie Frankfurt und Hanau oder Wiesbaden und Mainz. Entsprechende Machbarkeitsstudien laufen bereits. "Sehr konkrete" Planungen gebe es bereits für die Strecke Frankfurt-Hanau sowie wie das Umland von Kassel, sagte Al-Wazir.

Kein optimaler Ausbau im Frankfurter Stadtwald

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt, dass der erste Abschnitt in Südhessen fertig ist. Die Strecke werde nicht überall optimal ausgestattet sein, doch seien pragmatische Lösungen gefunden worden, sagte Landesgeschäftsführer Norbert Sanden. Tatsächlich wird der Radschnellweg im Frankfurter Stadtwald aus Umweltschutzgründen nicht so optimal ausgebaut werden können, wie vorgesehen.

Als nächstes Teilstück soll der Streckenabschnitt zwischen Egelsbach und Neu-Isenburg ausgebaut werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 6.6.2019, 16.45 Uhr