Condor Flugzeuge auf dem Vorfeld in Düsseldorf

Der durch die Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geratene Ferienflieger Condor bekommt erneut Hilfe vom Staat. Das Hilfspaket ist über eine halbe Milliarde Euro schwer.

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hessenschau vom 27.04.2020
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Der angeschlagene Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro für das Unternehmen mit Sitz in Kelsterbach (Groß-Gerau).

Somit könne Deutschland Condor einen Teil der coronabedingten Einbußen ersetzen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten um Lösungen, wie Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften unterstützt werden können."

Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonten am Montag, der Luftverkehr sei für die Wirtschaft des Landes von sehr großer Bedeutung. Deshalb müsse man ein Interesse daran haben, dass die Condor als großer Arbeitgeber und als Unternehmen mit Hauptsitz in Hessen diese Krise überstehe.

Bereits das zweite Hilfspaket für Condor

Die neuerliche Rettung der Condor war im Verlauf der Corona-Krise notwendig geworden: Die polnische Lot hatte die bereits im Januar vereinbarte Übernahme wegen eigener Probleme abgesagt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Neue Staatshilfen für Condor

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Condor mit rund 4.900 Beschäftigten und mehr als 50 Flugzeugen war nach der Pleite des britischen Mutter-Konzerns Thomas Cook im September 2019 in ein Schutzschirmverfahren gegangen. Der Ferienflieger hatte zur Unterstützung im Herbst 2019 einen vom Bund und Land Hessen verbürgten Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro bekommen.

"Sind für Unterstützung sehr dankbar"

Condor sei zwei Mal innerhalb knapp eines halben Jahres unverschuldet in Not geraten, sagte Konzern-Chef Ralf Teckentrup am Montag. "Wir sind der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung sehr dankbar für ihre Unterstützung."

Vor der Corona-Krise galt der Ferienflieger besonders wegen seines Angebots zu touristischen Langstreckenzielen in Übersee als unentbehrlich für die Reisebranche, die stets einen Gegenpol zur mächtigen Lufthansa haben wollte. Mit dem fortgesetzten Stillstand erwarten aber die meisten Experten, dass sich der internationale Luftverkehr eher langsam von dem Corona-Schock erholen wird.

Rettungspaket für Lufthansa im Anflug

Auch für die angeschlagene Lufthansa ist ein milliardenschweres Rettungspaket im Anflug. Dabei gehe es um ein Volumen von neun bis zehn Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa am Wochenende aus Regierungskreisen erfahren haben will. Die Lufthansa ist wegen der massiven Flugabsagen in Schwierigkeiten geraten. Der Konzern hatte am Donnerstag erklärt, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.04.2020, 16:45 Uhr