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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Condor erhält Finanzspritze

Condor 767 am Boden

Die EU-Kommission hat den staatlichen Überbrückungskredit für den deutschen Ferienflieger Condor genehmigt. Für die deutsche Airline-Tochter des untergegangenen britischen Reisekonzerns Thomas Cook dürften damit die ärgsten Probleme erst einmal ausgeräumt sein.

Die vorgesehenen 380 Millionen Euro der Staatsbank KfW verzerrten den Wettbewerb in der EU nicht übermäßig, erklärte die EU-Kommission in Brüssel am Montag. Nachdem die Bundesregierung und das Land Hessen ihre finanzielle Zustimmung gegeben hatten, stand die Erlaubnis der Behörde noch aus.

Condor, die deutsche Airline-Tochter des untergegangenen britischen Reisekonzerns Thomas Cook, ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. Die bislang profitable Fluggesellschaft mit knapp 60 Flugzeugen und 4.900 Beschäftigten will in einem sogenannten Schutzschirmverfahren den Winter überleben. Damit soll verhindert werden, dass Geld an die britische Mutter abfließt. Mit dem nun genehmigten Kredit ist die Gesellschaft vorerst wieder flüssig.

Geld an strenge Auflagen geknüpft

Das Geld werde "im Interesse der Fluggäste zur ordnungsgemäßen Aufrechterhaltung der Flugdienste beitragen", erklärte die EU-Kommission weiter. Der Kredit sei an strenge Auflagen geknüpft. Die Summe werde in Raten ausbezahlt, Condor müsse seinen Liquiditätsbedarf wöchentlich nachweisen.

Deutschland habe zudem zugesichert, dafür zu sorgen, dass die in Kelsterbach (Groß-Gerau) sitzende Condor den Kredit entweder nach sechs Monaten vollständig zurückzahlt oder eine umfassende Umstrukturierung durchführt.

Investorensuche läuft

Die britische Konzernmutter Thomas Cook wie auch die deutsche Veranstaltungstochter mit Reisemarken wie Neckermann, Öger oder Bucher hatten zuletzt Insolvenz angemeldet. Thomas Cook hatte seine Airlines schon im Februar zum Verkauf gestellt, letztlich aber keinen Deal abgeschlossen.

Die Condor-Führung ist derzeit auf der Suche nach Investoren. Bis Ende März muss Insidern zufolge eine Lösung stehen.

Sendung: hr-iNFO, 14.10.2019, 13 Uhr