Riederwaldtunnel Frankfurt

Der umstrittene Bau des Riederwaldtunnels in Frankfurt entwickelt sich zum Kostentreiber. Statt der ursprünglich kalkulierten 320 Millionen Euro soll er nun fast eine halbe Milliarde kosten.

Der Bau des Riederwaldtunnels in Frankfurt wird deutlich teurer als bislang geplant. Wie die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil am Montag mitteilte, wird nun mit 477 Millionen Euro an Kosten gerechnet. 2013 hatte die Summe in der damaligen Kalkulation noch bei 320 Millionen Euro gelegen. Zuvor hatte die Frankfurter Rundschau darüber berichtet.

Der etwa 1.100 Meter lange Tunnel soll die Lücke zwischen den Autobahnen 66 und 661 im Osten von Frankfurt schließen und die Bewohner in den Stadtteilen Bornheim und Riederwald von Verkehrslärm entlasten. Der Bau ist umstritten und gehört seit Mitte der 1980er Jahre zu den verkehrspolitischen Dauerbrenner-Themen in Hessen. Die Baukosten für das Projekt trägt der Bund. Mit dem Bau des eigentlichen Tunnelbauwerks soll im Jahr 2020 begonnen werden, derzeit laufen vorbereitende Arbeiten.

"Allgemeine und starke Steigerung der Baukosten"

Als Gründe für die Kostensteigerung nannte Hessen Mobil unter anderem eine "allgemeine und starke Steigerung der Baukosten" sowie eine inzwischen erweiterte und detailliertere Planung. So seien unter anderem zusätzliche Regenrückhaltebecken berücksichtigt sowie die Kosten für die Suche nach Weltkriegsbomben auf dem Areal besser erfasst worden. "Die Art und die Detaillierung der Kostenermittlung sind immer abhängig vom Stand der jeweiligen Planung und der Ausführung und den jeweils zu diesen Zeitpunkten verfügbaren Informationen", erklärte Hessen Mobil.

Bis zu 24.000 Autos stauen sich täglich im Riederwald und sorgen für Behinderungen. Mit dem Tunnel soll die Zahl der Fahrzeuge, die dann noch oberirdisch unterwegs sind, auf durchschnittlich 16.100 am Tag sinken. Das Projekt ist umstritten: Insgesamt fast 700 Einwände allein von Bürgern und Anwohnern registrierte die Planungsbehörde Hessen Mobil.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 4.02.2019, 19.30 Uhr