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Auch in Frankfurt soll es bald Seilbahnen geben. Bild © picture-alliance/dpa

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund will das Verkehrs-Chaos auf dem Boden mit einem Verkehrsmittel in der Luft verhindern. Eine Seilbahn-Pilotstrecke zum Feldberg könnte schon bald gebaut werden, doch es gibt auch Kritik.

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Die Karte zeigt Frankfurt und die möglichen Standorte für eine Seilbahn.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So sollen die Seilbahnen in Zukunft den Verkehr entlasten

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Mit der Seilbahn zur Arbeit pendeln und dabei von oben auf einen problemlos fließenden Verkehr schauen. So lautet der Wunschtraum des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main, der sich für den Bau einer Seilbahn in den kommenden fünf Jahren starkmacht. Die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2024, die auch in Frankfurt Station machen wird, sei ein gutes Ziel, um ein solches Vorhaben im Rhein-Main-Gebiet zu verwirklichen. Das sagte Verbandsdirektor Thomas Horn am Mittwoch.

Sein Verband hatte Politiker und Experten zu einem Seilbahntag eingeladen. Zur Verwirklichung sei ein Schulterschluss zwischen Politik, Region und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nötig, sagte Horn.

Pläne innerhalb von wenigen Jahren realisierbar

Konkret hieß es, dass sich eine urbane Seilbahn innerhalb anderthalb bis zwei Jahren verwirklichen lasse, so Horn. Sie könne leicht Hindernisse wie Bahngleise, Autobahnen oder Flüsse überwinden, sei umweltverträglich, unfallfrei und ohne Barrieren zugänglich. Kurzum: eine echte Alternative zu den bestehenden Verkehrsmitteln.

Um zu zeigen, dass solche Pläne tatsächlich umsetzbar sind, soll es nach den Plänen des RMV-Regionalverbandes eine Pilotstrecke im Hochtaunuskreis geben. Die Stadt Schmitten soll so über den Feldberg mit der Hohemark in Oberursel verbunden werden. "Das wäre für Touristen und Pendler interessant", warb RMV-Chef Knut Ringat bereits Ende April für das Projekt.

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zum Video Eine Seilbahn gegen das Verkehrschaos

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Ringat, der sich seit geraumer Zeit für das ungewöhnliche Verkehrsmittel einsetzt, betonte am Mittwoch erneut die Wichtigkeit dieses Projekts. Neben der Ausweitung des Angebots an Bussen und Bahnen sei der Bau einer Seilbahn dringend nötig, um den erwarteten starken Anstieg der Fahrgastzahlen in den kommenden zehn Jahren abzufangen. Punktuell könnten diese sehr sinnvoll sein, sagte er.

Kritik vom VCD

Skepsis gibt es derweil beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Landesverband-Vertreter Heiko Nickel hatte das Vorhaben bereits im März im Gespräch mit hessenschau.de kritisiert. Seilbahnen hätten zwar ihre Vorzüge, das Problem sei letztlich aber nicht, "dass es zu wenige Seilbahnen gibt", sagte er. "Bisher habe ich noch von keinem Seilbahn-Projekt gehört, für das nicht gilt: Das lässt sich mit den bestehenden Möglichkeiten besser lösen."

Auch in Frankfurt solle deshalb lieber in den Ausbau und die Modernisierung des bestehenden U- und S-Bahn-Systems investiert werden. Dies sei jahrelang versäumt worden.   

Entscheidung noch in diesem Jahr

Ob und wie eine Seilbahn Realität werden könnte, soll nun bis Ende des Jahres in einer Machbarkeitsstudie geklärt werden.