In Frankfurt-Oberrad steht das Wasser auf den Feldern. Im Hintergrund Gewächhäuser.
In Frankfurt-Oberrad stehen die Felder unter Wasser. Bild © Anna Vogel (hr)

In eine echte Frankfurter Grüne Soße kommen traditionell Kräuter aus Oberrad. Doch die Felder stehen unter Wasser. Erste Pflanzen faulen, Unkraut kann nicht entfernt werden. Eine gute Ernte der sieben Traditionskräuter ist in Gefahr.

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In Frankfurt-Oberrad steht das Wasser auf den Feldern.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nässe macht den Bauern zu schaffen

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Auf den Feldern in Frankfurt-Oberrad steht derzeit das Wasser zwischen den Pflanzreihen. Dort werden traditionell die sieben Kräuter für die Frankfurter Grüne Soße angebaut. Doch auch in ihrem Gewächshaus watet Bio-Gärtnerin Heike Fischer in Gummistiefeln durch den Matsch. Neben ihr rattert eine Pumpe, die ständig läuft und versucht, das Wasser aus dem Boden zu saugen: "Wenn ich jetzt nicht pumpe, ist es innerhalb der nächsten Tage vollgelaufen."

Noch schlimmer sieht es aber auf den Feldern aus. An Arbeit auf dem Acker ist derzeit nicht zu denken. Dabei sollten die Felder eigentlich für den Frühling vorbereitet und gemulcht werden. Spätestens Anfang März müssen einige der Kräuter gesät werden, doch die Maschinen versinken im Schlamm.

Kaum Frost, nur Regen

Für die Bauern in Oberrad ist dieser Winter ungünstig. Es hat viel geregnet, gab aber kaum Forst. Das könnte sich jetzt auch auf das Angebot an Frankfurter Grüner Soße auswirken. Traditionell sind hierfür sieben Kräuter notwendig. Einige davon könnten an Ostern knapp werden, erklärt Fischer. Betroffen seien die mehrjährigen Sorten Sauerampfer, Kerbel und Schnittlauch.

Diese Kräuter stehen jetzt schon auf den Feldern, an vielen Stellen aber unter Wasser. Dadurch verfärbt sich der Kerbel gelb und kann anfangen zu faulen. Auch das Unkraut wird zum Problem. Dem ist die Nässe egal und es müsste dringend entfernt werden, was ohne Maschinen aber nicht möglich ist. Bauer Gerd-Peter Huber glaubt deshalb, dass die Kräuter aus Frankfurt in diesem Jahr auf jeden Fall knapp werden. "Es wird sicher was geben, aber ich glaube nicht, dass alles aus deutscher Produktion stammt."

Preise dürften anziehen

Besonders hoch ist die Nachfrage an Ostern. Dann muss Huber bis zu 6.000 Pakete mit Kräutern am Tag liefern. Das ist die dreißigfache Menge von einem durchschnittlichen Tag. Bei dem nassen Wetter zu Jahresbeginn und einem Osterfest, das in diesem Jahr vergleichsweise früh liegt, könnte es da zu einem Engpass kommen. Dann müssen Kräuter aus Italien und Israel zugekauft werden, was sich auf den Preis auswirken dürfte.

Für die Bauern in Oberrad sind die kommenden drei Wochen entscheidend. Sollte es da trockener werden, könnte die Ernte immer noch besser ausfallen, als gedacht, gibt sich Huber zuversichtlich.