Audio

Ferrero erweitert Rückruf - zwei Salmonellen-Verdachtsfälle in Hessen

Ein kleines Spielzeug in einer gelben Kapsel liegt neben einem Ferrero-Überraschungsei.

Nach Salmonellen-Fällen in mehreren Ländern hat der Süßwarenkonzern Ferrero bereits mehrere Chargen seiner Produkte zurückgerufen. Jetzt weitet der Hersteller den Rückruf auch auf Weihnachtsprodukte aus.

Gut eine Woche vor Ostern ruft Ferrero in Deutschland immer mehr Chargen verschiedener Kinder-Produkte zurück. Hintergrund ist eine mögliche Verbindung zu einem Salmonellen-Ausbruch.

Am Dienstag rief Ferrero Überraschungseier und Schoko-Bons zurück. Am Donnerstag erfolgten weitere Produktrückrufe: Nach Angaben des Bundesportals "lebensmittelwarnung.de" geht es dabei vor allem um Weihnachtsartikel, die nur noch wenige Tage haltbar wären.

Zwei Salmonellen-Verdachtsfälle in Hessen

Laut hessischem Umweltministerium gibt es zwei Verdachtsfälle von Salmonellen-Erkrankungen in Hessen: Einer sei Ende März im Landkreis Darmstadt-Dieburg gemeldet worden. In den verdächtigen Produkten seien aber keine Salmonellen nachweisbar gewesen. Am Mittwoch wurde ein weiterer Fall im Landkreis Groß-Gerau gemeldet, der noch untersucht werde.

Außerdem habe es nach ersten Verdachtsfällen Kontrollen bei Ferrero in Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) gegeben. "Dabei ergaben sich keine Hinweise auf Salmonellenbefunde in den dort hergestellten Produkten", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Behörden bemerkten Ausbruch bei hohem Anteil an Kindern

Vorangegangen waren Fälle von Salmonellen-Infektionen in Großbritannien. Mindestens 63 Menschen, vor allem kleine Kinder, sind erkrankt. In Frankreich wurden bislang 21 Infektionsfälle mit demselben Erreger bestätigt.

Wie die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mitteilten, ist der Ausbruch durch einen ungewöhnlich hohen Anteil an Kindern gekennzeichnet, die ins Krankenhaus müssen, darunter einige mit schweren Symptomen wie blutigem Durchfall.

Bislang seien den Behörden zufolge 105 bestätigte Fälle sowie 29 Verdachtsfälle aufgetaucht, die meisten davon bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren. Bestimmte Schokoladenprodukte seien als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert worden.

Ferrero: "Kein Produkt positiv getestet"

In Deutschland und mehreren weiteren Ländern wurden Produkte wegen des Ausbruchs bereits zurückgerufen. Wie Ferrero Deutschland noch am Dienstag an seinem Hauptsitz in Frankfurt mitteilte, habe man sich freiwillig als Vorsichtsmaßnahme zum Rückruf entschlossen. Das Unternehmen, das bundesweit hauptsächlich in Stadtallendorf produziert, arbeite eng mit der zuständigen Lebensmittelbehörde zusammen. So soll ein möglicher Zusammenhang mit den gemeldeten Salmonellenfällen aufgedeckt werden.

"Obwohl keines unserer auf den Markt gebrachten Kinder-Produkte positiv auf Salmonellen getestet wurde und wir keine Verbraucherbeschwerden erhalten haben, nehmen wir die Angelegenheit sehr ernst", teilte das Unternehmen mit.

Überraschungseier, Schoko-Bons, Weihnachtsartikel

Von dem Rückruf in Deutschland sind Chargen von Kinder-Überraschungseiern (Dreierpack) mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen April und Juni 2022 betroffen, ebenso Kinder-Schoko-Bons und Kinder-Schoko-Bons White mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen Mai und September 2022.

Zurückgerufen werden den Angaben zufolge außerdem die Produkte Kinder-Überraschung Maxi (100 Gramm), Kinder-Mini-Eggs (100 Gramm) sowie Kinder-Mix-Packungen, die einen der oben genannten Artikel enthalten, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen August und September 2022. Hergestellt werden die betroffenen Kinder-Schoko-Produkte alle demnach in einer Fabrik im belgischen Arlon.

Bei den zurückgerufenen Weihnachtsprodukten handelt es sich konkret um Maxi-Überraschungseier aus der Weihnachtsediton "Classic" und "Rosa" sowie "Kinder Mix Stiefel", gleichnamige Geschenktüten, Maxi Mix Plüschtiere mit Schokolade und Adventskalender.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen