Flixtrain-Zug am Bahnsteig
Aus Locomore wurde Flixtrain - offenbar erfolgreich. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Vor einem halben Jahr übernahm Flixbus den Locomore-Zug, der von Stuttgart durch Hessen nach Berlin fährt. Nach der Testphase steht fest: Im Wettbewerb mit der Deutschen Bahn legt der Fernbusanbieter einen Zahn zu.

Vergangenen Sommer stieg Fernbusanbieter Flixbus ins Geschäft mit Bahnfahrkarten ein. Er übernahm den Zug des Start-up-Unternehmens Locomore, das der Bahn auf der Strecke Stuttgart-Frankfurt-Berlin mit insgesamt fünf hessischen Haltepunkten hatte Konkurrenz machen wollen - und dabei Schiffbruch erlitt. Ein halbes Jahr später kündigt Flixbus nun an: Weil es so gut klappt, wird der Fahrplan der neuen Sparte Flixtrain ausgeweitet.

Von April an sollen täglich Züge zwischen Berlin und Stuttgart über Hannover und Frankfurt verkehren, wie Flixbus-Chef André Schwämmlein den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. Bislang fahren die Züge von Freitag bis Montag. Haltepunkte sind Darmstadt, Frankfurt, Hanau, Fulda und Kassel. Flixbus hatte dafür als Betreiber das tschechische Unternehmen Leo Express mit an Bord geholt.

150.000 verkaufte Tickets

"Wir sind mit den Zahlen auf der Strecke Berlin-Stuttgart bisher sehr zufrieden, vor allem mit dem Passagieraufkommen", sagte Schwämmlein. Seit der Übernahme der Streckenvermarktung am 24. August des vergangenen Jahres hat Flixbus demnach mehr als 150.000 Tickets verkauft. "Die Testphase hat super funktioniert."

Deshalb will Flixbus mit seiner neuen Sparte Flixtrain auch andere Strecken bedienen. Vom 24. März an fahren Züge des Unternehmens täglich außer mittwochs auch zwischen Hamburg und Köln. Das soll es nicht gewesen sein. "Wir denken durchaus darüber nach, das Geschäft mit Fernzügen auszubauen."

Die neuen Züge sollen im firmeneigenen Grün unterwegs sein. Über die Gründe für den europäischen Fernbusmarktführer, jetzt auch auf der Schiene unterwegs zu sein, sagte Schwämmlein: "Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot."

Mit Partnern

Partner sei neben Leo Express der Nürnberger Zugspezialist BahnTouristikExpress. Bis auf Weiteres will Flixtrain sich allerdings auf Deutschland konzentrieren. "Grenzüberschreitender Verkehr ist wegen der unterschiedlichen Systeme kompliziert. Da setzen wir auf den Bus."

Flixtrain ist nach Unternehmensangaben inzwischen ein anerkanntes Eisenbahnverkehrsunternehmen, könne also selbst Trassen bei der DB Netz beantragen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn vergibt in Deutschland die Rechte für die Nutzung des Schienennetzes.