Gelbe Streikwesten der Gewerkschaft Ufo

Bei der Lufthansa drohen zum ersten Mal seit 2015 unbefristete Streiks der Flugbegleiter. Beschäftigte der Lufthansa-Kernmarke sowie von vier Töchtern haben bei Urabstimmungen grundsätzlich für unbefristete Arbeitsniederlegungen votiert.

Das Kabinenpersonal der Lufthansa und vier ihrer deutschen Tochterbetriebe rüstet sich für einen unbefristeten Arbeitskampf. Bei Urabstimmungen der Gewerkschaft Ufo signalisierten am Freitag die Flugbegleiter ihre Bereitschaft für Streiks. Die Zustimmung habe je nach Betrieb zwischen 77 und 96 Prozent betragen, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Einen genauen Streikplan wollte die Gewerkschaft am Abend in Frankfurt nicht nennen. Details zum Arbeitskampf hat sie für Montagmittag angekündigt. Möglich sind sie nun bei der Lufthansa, der Lufthansa CityLine, der Eurowings, der Germanwings und der SunExpress Deutschland.

Kostprobe gab es Ende Oktober

In der Dauerauseinandersetzung mit dem Konzern hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

"Wir werden nun mit ausgeweiteten Streiks die tariflichen Ziele der Tarifkommissionen in jedem einzelnen Betrieb durchsetzen", kündigte die Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz an.

Lufthansa zweifelt Rechtmäßigkeit von Ufo-Verhandlungen an

Bereits am Nachmittag hatten die Ufo-Mitglieder ihren nur noch aus zwei Personen bestehenden Rumpfvorstand im Amt bestätigt. Vor erheblichen innergewerkschaftlichen Querelen hatten dem Gremium sieben Mitglieder angehört. Bei der Versammlung wurde ein Abwahlantrag gegen die Ufo-Vorsitzende de la Cruz und ihren Stellvertreter Daniel Flohr mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, wie ein Ufo-Sprecher erklärte. Für die Abwahl hätten nur drei Mitglieder gestimmt.

De la Cruz und Flohr sollen die Spartengewerkschaft bis zur bereits eingeleiteten Neuwahl am 14. Februar 2020 weiterführen. Sie werden aber vom Lufthansa-Konzern nicht als vertretungsberechtigt anerkannt. Das Unternehmen will zudem vor Gericht überprüfen lassen, ob Ufo überhaupt noch berechtigt ist, verbindliche Tarifverträge abzuschließen.

Sendung: hr-iNFO, 01.11.2019, 19 Uhr