Lufthansa- und Eurowings-Maschine

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Urabstimmung bei Ufo

Jetzt könnte alles ganz schnell gehen: Nach einer angekündigten Urabstimmung der Flugbegleiter bei Eurowings sind Streiks ab August bei der Lufthansa-Tochter möglich. Gleiches gilt für Germanwings, und Lufthansa könnte noch folgen.

Die Flugbegleiter von Eurowings sollen ab kommenden Dienstag über einen Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings abstimmen. Die Spartengewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder aufgerufen, innerhalb von drei Wochen zu entscheiden.

Das Ende der Urabstimmung ist für den 8. August geplant. Streiks seien damit noch im August möglich. Auch die Flugbegleiter der Teilgesellschaft Germanwings sollen über einen Streik abstimmen. Die Beschäftigten des Mutterkonzerns Lufthansa würden mit "etwas Abstand" folgen, wie Ufo am Freitag mitteilte.

7 von 10 müssen für Streik stimmen

"Ein Streik in den Sommerferien ist kein Selbstzweck", sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr in der Mitteilung. "Sobald wir ein Ergebnis haben, werden wir uns mit den konkreten Maßnahmen auseinandersetzen. Das geht im Zweifel schnell und ist noch im August möglich", so Flohr weiter.

Laut Satzung braucht es für einen Streik die Zustimmung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine Mindestbeteiligung ist nicht vorgesehen. Dem Lufthansa-Konzern warf Flohr eine "streitorientierte Haltung" vor.

Zweifel an Handlungsfähigkeit der Gewerkschaft

Eurowings warf im Gegenzug der Gewerkschaft vor, Mitarbeiter und Kunden in der Hochphase des Sommergeschäfts gezielt zu verunsichern. Ufo solle besser umgehend klären, wer die Gewerkschaft rechtmäßig vertritt und somit auch Tarifverträge rechtsverbindlich unterzeichnen könne.

Seit Monaten tobt ein juristischer Streit zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern um die Rechtmäßigkeit des Ufo-Vorstands. Nach internen Querelen und Rücktritten bei Ufo weigern sich Lufthansa und Eurowings, den Rumpfvorstand anzuerkennen. Mit dieser Begründung wurde auch die Ufo-Kündigung der Tarifverträge bei der Muttergesellschaft Lufthansa nicht akzeptiert. Neben Ufo vertritt auch die Gewerkschaft Verdi die Interessen von Eurowings-Flugbegleitern und führt parallele Verhandlungen.

Sendung: hr-iNFO, 12.7.2019, 12 Uhr