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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nur wenige Flugausfälle in Frankfurt

Streik Ufo Lufthansa

Am Frankfurter Flughafen kommt es nach der Streik-Verlängerung der Kabinengewerkschaft Ufo zu vereinzelten Flugausfällen. Auch ein Streik bei der Lufthansa ist ab Montag wieder möglich.

Der bis Mitternacht verlängerte Warnstreik der Flugbegleiter hat am Sonntag zu Flugausfällen am Frankfurter Flughafen geführt. Wie ein Lufthansa-Sprecher gegenüber hessenschau.de am Morgen erklärte, mussten vereinzelt Verbindungen gestrichen werden. Man sei zwar bemüht, so viele Flüge wie möglich durchzuführen, Passagiere sollten sich aber im Vorfeld informieren.

Eine genaue Anzahl der Annullierungen wurde nicht genannt, auch am Nachmittag seien es nach Konzernangaben aber "nur einige wenige" gewesen. Ufo sprach am Nachmittag von weniger als einem Dutzend Ausfällen. Einen Gesamtüberblick über die Ausfälle soll nach Ende des Streiks veröffentlicht werden.

Bestreikt wurden die vier Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress. Bundesweit wurden nach Gewerkschaftsangaben rund 100 Flüge gestrichen.

Streik bis Mitternacht verlängert

Der Grund für die Beeinträchtigungen ist der von der Kabinengewerkschaft Ufo initiierte Warnstreik, der ursprünglich um 11 Uhr enden sollte, jetzt aber noch bis 24 Uhr anhält. Das sagte Daniel Flohr, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft, am frühen Sonntagmorgen. Über die Beteiligung am Streik zeigte er sich am Vormittag "positiv überrascht".

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Der seit Montag angekündigte Ausstand bei der Lufthansa wurde hingegen wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereit erklärt, zwei Prozent mehr Gehalt zu zahlen, war aber auf die Gewerkschafts-Forderungen unter anderem nach höheren Spesen und Zulagen nicht eingegangen.  

Weitere Beratungen am Montag

Die Gewerkschaft habe die Lufthansa deswegen erneut zu Verhandlungen aufgefordert und eine Frist bis Mittwoch gesetzt, teilte sie am Samstag mit. Da die Lufthansa das ablehnte und die Legitimität des Ufo-Vorstands anzweifelte, will die Gewerkschaft am Montag erneut über mögliche Streiks beim Mutterkonzern beraten. Das bestätigte Ufo-Vize Flohr dem hr.

Ufo hat seine Mitglieder in sämtlichen Lufthansa-Fluggesellschaften zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen, die bis zum 1. November laufen sollen. Für sämtliche Betriebe gibt es unterschiedliche Forderungen.

Streit zwischen Ufo und Lufthansa

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die Ufo-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Sendung: hr-iNFO, 20.10.2019, 17 Uhr