Großbaustelle am Flughafen Frankfurt. V-förmige Pfeiler ragen in den wolkenlosen Himmel, im Hintergrund rote Baukräne.

Das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen nimmt weiter Gestalt an. Trotz Pandemie-Flaute soll der erste Flugsteig 2021 fertig sein, an anderer Stelle gibt es Verzögerungen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So läuft der Bau von Terminal 3 auf dem Flughafen Frankfurt

Visualisierung - so wird die Einfahrt zum Terminal drei am Flughafen Frankfurt aussehen
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45 Hochkräne und 1.200 Bauarbeiter, die jeden Tag rund 800 Kubikmeter Beton - also rund 5.000 Badewannen voll - mischen und verbauen. Das zukünftige Terminal drei im Süden des Frankfurter Flughafens wartet mit Superlativen auf. Auf einer Fläche von 23 Fußballfeldern entstehen hier gerade ein Terminal-Hauptgebäude sowie die Flugsteige G, H und J.

Noch sind die meisten der Gebäude graue Rohbauskelette, an vielen Stellen eingefasst von Gerüsten. Doch der Baufortschritt sei gut, sagt Fraport-Sprecher Christian Engel. Das meint er vor allem mit Blick auf den Flugsteig G, der schon im nächsten Jahr fertig werden könnte und den im Sommer 2022 vier bis fünf Millionen Passagiere nutzen könnten.

Corona bringt Verzögerungen

Doch die Corona-Pandemie ist auch an dem vier Milliarden-Großprojekt nicht spurlos vorübergegangen. Deshalb stellt Engel fest: "Wir werden unser ursprünglich geplantes Timing nicht halten können, weil Baustoffe nicht zielgerecht geliefert werden konnten und Bautrupps nicht wie geplant eingesetzt werden konnten – vor allem während des Lockdowns."

Momentan geht Fraport also davon aus, dass das Terminal-Hauptgebäude sowie die Flugsteige H und J erst 2024 fertig werden - und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Großbaustelle mit sehr vielen Baukränen am Flughafen Frankfurt - Menschen mit gelben Warnwestern und weißen Helmen nehmen an einer Baustellenführung teil

Hinter dem Bauzaun zu Terminal drei stehen einige große Flugzeuge. Terminal zwei wird bei der derzeit geringen Passagierauslastung noch gar nicht wieder gebraucht. An Spitzentagen fliegen aktuell rund 50.000 Passagiere von oder nach Frankfurt. Es gebe 500 Starts und Landungen am Tag, so Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Im Vorjahr seien es an manchen Tagen über 1.500 Flugbewegungen bei über 230.000 Passagiere gewesen.

Bis die Spitzenzahlen von 2019 wieder erreicht werden könnten, werde es mindestens bis 2023 dauern, glaubt sein Kollege Christian Engel. Und selbst das sei unsicher.

Terminal drei wird trotzdem gebaut

Trotzdem steht es für Christian Engel außer Frage, dass Terminal drei für den Flughafen Frankfurt nötig sein wird: "Es wird die Wettbewerbssituation für den Flughafen langfristig absichern. Wir gehen davon aus, dass Corona irgendwann vorbei sein wird und dann auch das Reisebedürfnis wieder ansteigt."

Mit Terminal drei wird der Frankfurter Flughafen zusätzliche 20 Millionen Passagiere abfertigen können. Ausgelegt wäre der Flughafen dann auf bis zu 700.000 Flugzeugstarts und -landungen jährlich. Damit würde die Kapazität um rund 40 Prozent wachsen.

Fraport-Sprecher Christian Engel steht in der Baustelle von Flugsteig H - in den Händen hält er das Bild einer Visualisierung, wie das Gebäude aussehen wird.

Die zusätzlichen Flüge stoßen bei Gegnern des Flughafenausbaus schon lange auf Kritik. Vor allem Anwohner schauen mit Sorge auf den zu erwartenden Fluglärm. Fraport-Sprecher Christian Engel kann diese Bedenken gut nachvollziehen. Doch er betont, der Frankfurter Flughafen würde sich international durch sein Schallschutzprogramm hervortun.

Zudem sei die maximale Auslastung des Flughafens mit 700.000 Flugbewegungen im Jahr allenfalls Zukunftsmusik. Denn um die zu erreichen, müsste auch der Flugsteig K gebaut werden. Für dessen Baubeginn gebe es zur Zeit aber noch nicht einmal einen Termin.

Sendung: hr-iNFO, 23.07.2020, 16.15 Uhr