Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht im neuen Jahr weiter Ermittlungsbedarf im Fleischskandal um die nordhessische Firma Wilke.

Der Kern des Skandals sei noch lange nicht aufgeklärt, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. "Unter Verantwortung von Ministerin Priska Hinz haben die hessischen Behörden mehrfach zwingende Rückrufe belasteter Wilke-Ware verweigert und gesundheitsrelevante Informationen zu den Verkaufsstellen der Wurst unter Verschluss gehalten."

Es bleibe die bittere Ahnung, dass die Behörden mindestens einen Teil der Folgen des Skandals hätten verhindern können - und das Versäumnis einer Ministerin, die richtigen Konsequenzen aus dem Fall zu ziehen, erklärte Rücker. Hessens Verbraucherschutzministerin Hinz (Grüne) müsse endlich handeln und eine politisch unabhängige Landesbehörde für die Lebensmittelüberwachung einrichten, die die Zuständigkeit der Kommunen ablöse.

In Wurst-Waren des Fleischherstellers Wilke aus Twistetal (Waldeck-Frankenberg) waren Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle, werden mit Wilke in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer. Die Untersuchungen liefen unverändert fort, sagte ein Justizsprecher.