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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wohnungen sollen durch Rechenzentrum beheizt werden

Mit Baggern wird eine Fläche im Frankfurter Stadtteil Gallus für den Bau von Wohnungen vorbereitet. Diese sollen nach ihrer Fertigstellung mit der Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums beheizt werden.

Rechenzentren erzeugen viel Wärme. In einem Pilotvorhaben in Frankfurt sollen damit 1.300 Wohnungen eines Neubaugebiets beheizt werden - und das soll erst der Anfang sein.

Neben hohem Stromverbrauch verursachen die Computerserver der Rechenzentren reichlich Abwärme. Normalerweise gelangt sie ungenutzt in die Umwelt. In einem Pilotvorhaben im Frankfurter Stadtteil Gallus sollen mit dieser warmen Luft nun rund 1300 Wohnungen in einem Neubaugebiet beheizt werden. Die Kooperation zwischen einem Betreiber von Rechenzentren, dem Energieversorger Mainova und dem Propjektentwickler wurde am Donnerstag vorgestellt.

Computer versorgen 3.000 Menschen mit Wärme

Rund 3.000 Menschen würden so mit Wärme versorgt, erklärte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Das Vorhaben sei in der Größenordnung bundesweit einmalig. Es zeige, was künftig im Sinne des Klimaschutzes möglich sein könne.

Eine ähnliche Kooperation gibt es bisher im Bankenviertel, im Hochhaus Eurotheum, in dem die Abwärme eines Rechenzentrums für warmes Wasser und warme Heizkörper sorgt. Die Mainova kündigte an, in den kommenden Jahren andere Rechenzentren an das Fernwärmenetz anzuschließen. In das Vorhaben im Gallusviertel werde ein niedriger Millionenbetrag investiert.

Die Wärme gelange über eine Leitung vom Rechenzentrum zu den Wohnungen , sagte ein Mainova-Sprecher. Der Wohnkomplex "Westville", so der Name der Anlage, befindet sich derzeit noch im Bau - ab 2023 soll er dann zu mindestens 60 Prozent mit der Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums versorgt werden.

Frankfurt ist Internetknoten

Rechenzentren in Frankfurt boomen - und sorgen auch für Kritik. Im Jahr 2020 verbrauchten sie nach Angaben der Stadt drei Mal soviel Strom wie der gesamte Frankfurter Flughafen. Die Stadt beherbergt einen der weltweit größten Internetknoten mit dem Namen DE-CIX. Home-Schooling und Online-Konferenzen in der Corona-Pandemie haben die Digitalisierung nochmals befeuert, am DE-CIX erreichte der Datenverkehr zuletzt Rekordwerte.

Insgesamt gibt es in Frankfurt bereits mehr als 60 unternehmensunabhängige Rechenzentren von mehr als 30 Betreibern - weitere sind in Planung oder werden bereits gebaut.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat errechnet, dass die Rechenzentren den Stromverbrauch der Region derzeit verdoppeln. Sie müssten so energieeffizient wie möglich betrieben werden, fordert die Organisation in einem Positionspapier. Die Abwärme müsse breit genutzt werden - nicht nur in Pilotvorhaben.

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