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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt kämpft gegen illegale Residenzwohnungen

Wohnungen in Frankfurt

Im Kampf gegen illegale Mietangebote hat die Stadt Frankfurt in den vergangenen Monaten fast 400 nicht gemeldete Residenzwohnungen entdeckt. Die Vermieter mussten den zu Unrecht erwirtschafteten Gewinn abführen - rund eine Million Euro.

Ein kleiner Esstisch, ein Bett und gleich daneben eine winzige Küchenzeile. Viel mehr passt in das 20 Quadratmeter große "City-Apartment" im Frankfurter Stadtteil Bockenheim auch nicht hinein. Dennoch verlangt der Vermieter monatlich stolze 940 Euro. Und das kann er auch: Denn für sogenannte Residenzwohnungen gilt die Mietpreisbremse nicht. Sie zählen wie Hotels als Beherbergung und nicht als Wohnungen.  

Für Personen, die nur für ein paar Wochen nach Frankfurter zum Arbeiten kommen ist es ein einfacher Weg an ein eigenes Zimmer zu kommen. Doch für Normalsterbliche sind solche Mieten viel zu hoch. Die Stadt Frankfurt hat deswegen solche Residenzwohnungen seit Oktober in den Blick genommen, um Wohnfläche zurückzugewinnen. Am Mittwoch stellten Planungsdezernet Mike Josef (SPD) und die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, eine Zwischenbilanz vor.

Rund 400 illegale Apartments in dreieinhalb Monaten gefunden

Das Zwischenresumée fällt stattlich aus: Rund 400 illegale Residenzapartments wurden alleine in den vergangenen dreieinhalb Monaten ermittelt. Sie sollen künftig wieder als normaler Wohnraum dienen.

Doch nicht nur das: Gegen die Vermieter wurden sogenannte Einziehungsbescheide verhängt, in denen den Vermietern der zu unrecht erwirtschaftete Gewinn in Rechnung gestellt wird. Der Betrag beläuft sich auf rund eine Million Euro.

3.000 Objekte unter Verdacht

Diese durch die Einziehungsbescheide geforderte Summe sei "in dieser Höhe einmalig", sagte Planungsdezernent Josef. Sie sei ein Zeichen an die Branche, dass man illegales Residenzwohnen in Frankfurt nicht dulde. Insgesamt habe die Stadt derzeit rund 3.000 Residenzapartments im Blick, bei denen sie vermutet, dass sie illegal betrieben werden.

Hintergrund ist, dass Residenzwohnungen als gewerbliche Beherbergung nicht überall im Stadtgebiet angeboten werden dürfen, in reinen Wohngebieten zum Beispiel gar nicht. Auch in allgemeinen Wohngebieten nur ausnahmsweise. Ob eine Wohnung eine Residenzwohnung ist, hängt unter anderem auch von der Dauer des Angebots ab, auch Zusatzleistungen wie Frühstück oder regelmäßige Reinigungen sprechen eher gegen normalen Wohnraum. Frankfurt ist laut eigenen Angaben eine der ersten Kommunen, die gegen illegale Residenzapartments vorgeht.

Weiteres Vorgehen angekündigt

"Wir werden auch weiterhin diese Fehlentwicklung des Wohnungs- und Hotelmarkts nicht dulden“, kündigte Josef an. "Der ohnehin äußerst knappe und schützenswerte Wohnraum in Frankfurt dürfe nicht durch eine unzulässige Nutzungsänderung diesem Zweck entzogen werden", sagte er.

Die Bauaufsicht geht auch weiter gegen illegale Ferienwohnungen vor. Seit Inkrafttreten der Ferienwohnungsatzung seien 83 Wohnungen aus unrechtmäßiger Nutzung für den Wohnungsmarkt zurückgewonnen worden. Die 2018 eingeführte Satzung schränkt den erlaubten Zeitraum auf acht Wochen ein. Zudem ist eine Genehmigung erforderlich.

Sendung: hr-iNFO, 19.02.2020, 13.20 Uhr