Obike-Leihräder in Frankfurt
oBike-Leihräder in Frankfurt Bild © hessenschau.de

Sie sind gelb-grau - und viel zu viele. An die 1.200 Leihräder der Firma Obike stehen noch immer in Frankfurt herum. Die Stadtverwaltung schmiedet Entsorgungspläne und hat dabei mehr als ein Problem.

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Leihradanbieter "Obike" ist pleite

Ende des Videobeitrags

Frankfurt hat es nicht leicht mit den Leihfahrrädern in seiner Innenstadt. Immer noch gibt es Beschwerden über kreuz und quer abgestellte Räder. Jetzt hat die Stadt auch noch anhaltenden Ärger mit einem der Anbieter. Vielleicht müsste man sagen: Ex-Anbieter.

Die Firma Obike Singapur hat Insolvenz angemeldet. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hieß es. Trotzdem kündigte das Unternehmen im Juni an, sich aus Frankfurt zurückzuziehen. Die etwa 1.200 Räder stehen jedoch weiter in der Stadt. Viele sind stark beschädigt.

Kommt die große Sammelaktion?

Obike hatte sich erst Anfang des vergangenen Jahres in Singapur gegründet, im September startete das Unternehmen in Deutschland. In Frankfurt begann Obike im Herbst mit zunächst 500 Rädern und lockte mit Billigtarifen.

"Wir hoffen noch darauf, dass Obike die Räder einsammelt," sagte Stefan Lüdecke vom Verkehrsdezernat. Ist die Hoffnung wirklich begründet? Für die zuständigen Behörden in mehreren deutschen Städten ist der Anbieter jedenfalls nicht mehr zu erreichen.

Bitte melden, bitte melden!

Man habe am 4. Juli zuletzt mit Obike Kontakt gehabt. Da habe das Unternehmen angekündigt, eine Firma beauftragen zu wollen, die die Räder einsammelt. Einen Vorschlag der Linken, die Räder einfach sozialen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, hält Lüdecke für nicht machbar. "Eigentümerin ist ja weiterhin die Firma Obike", sagte er.

Eine genaue Frist, bis wann die Räder eingesammelt sein müssen, gebe es noch nicht. Aber Lüdecke legt sich fest: "Während des Sommers müssten die Räder noch aus dem Stadtgebiet verschwinden." Falls sich Obike weiterhin nicht rührt, muss die Stadt selbst ran, die Räder abräumen und sie zwischenlagern. Zur Zeit prüfe die Verwaltung, welche rechtlichen Vorschriften sie einhalten muss, damit sie in diesem Fall nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

Dass Kunden ihre Räder einfach irgendwo stehen lassen können, ist in Frankfurt bei den Anbietern Byke, Limebike und Obike möglich. Call a Bike von der Deutschen Bahn und Nextbike setzen dagegen auf Radstationen.