Jörgen Golz Messeansicht Discovery Art Fair
Die Discovery Art Fair findet im zentral gelegenen Forum der Messe Frankfurt statt. Bild © Stefan Maria Rother

Frankfurt ist Messestadt, Frankfurt ist Kunststadt. Was seit über zehn Jahren fehlt, ist eine Kunstmesse. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf: "Discovery Art Fair" heißt sie und richtet sich an Normalverdiener.

Ob es diesmal klappt? Frankfurt bekommt wieder eine Messe für junge, moderne Kunst - nachdem zuletzt im Jahr 2007 die "fine art fair" eingestellt wurde. Vom 1. bis 4. November will die Discovery Art Fair Frankfurt Sammler in die Forum-Halle auf dem Messegelände locken.

Direktor ist Jörgen Golz, der ähnliche Messen seit fast 15 Jahren in Berlin und Köln veranstaltet. Dass in Frankfurt verschiedene Versuche, eine Kunstmesse zu etablieren, scheiterten, schreckt Golz nicht ab. Frankfurt sei ein blühender Wirtschaftsstandort, sagt er.

Die gut besuchten Museen zeigten außerdem, dass ein großes Interesse für Kunst da sei. Seine Schlussfolgerung: "Künstler und Galeristen müssen von irgendetwas leben. Wovon leben sie? Von dem Verkauf von Kunst. Womit bezahlt man Kunst? Mit Geld. Wo ist Geld? In Frankfurt."

"Sehr demokratische Messe"

Die Nachfrage sei extrem hoch gewesen, er hätte doppelt so viel Ausstellungsfläche verkaufen können, betont Golz: "Wir haben eine Messehalle, die ist fast 3.000 Quadratmeter groß. Die ist eigentlich zu klein, und das gleich beim ersten Mal."

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Praktisches

Der Eintritt zur Messe kostet 15 Euro. Am Donnerstag um 18 Uhr ist Eröffnung, am Freitag und Samstag ist die Messe von 11 bis 21 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Die meisten Kunstwerke können gleich mitgenommen werden. Besucher können laut Veranstalter bar, mit EC-Karte oder - bei Lieferung - auf Rechnung bezahlen.

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Der Veranstalter rechnet mit 8.000 bis 10.000 Besuchern, was weit weniger wäre als bei der Art Cologne mit fast 60.000 oder der Art Basel mit 95.000 Besuchern. Die Discovery Art Fair soll eine "Entdeckermesse" sein, die bezahlbare zeitgenössische Kunst vorstellen will, sagt Golz.

Die Preise für die Kunstwerke sollen zwischen 100 und einigen zehntausend Euro liegen: "Der Preis sagt ja nichts über die Qualität aus", unterstreicht Golz: "Es soll eine sehr demokratische Messe werden - so wie wir das auch in Köln und in Berlin gezeigt haben. Das funktioniert." Deswegen stellten Galerien und einzelne Künstler auch gleichberechtigt nebeneinander aus.

Künstler präsentieren sich selbst

Jörgen-Golz
Jörgen Golz Bild © Stefan Maria Rother

Neben rund 40 Galerien kommen 34 einzelne Künstler auf die Messe, um sich selbst zu vermarkten- zum Beispiel der Frankfurter Achim Ripperger: "Für mich persönlich ist das eine größere Freiheit", sagt er.

Auf die Freiheit, selbst den Messeauftritt bestimmen zu dürfen, legt auch sein Frankfurter Künstlerkollege Mark Huebner großen Wert: "Ich denke mal, dass das sehr zeitgemäß ist und dass das auch für jüngere Künstler eine sehr gute Chance ist, sich überhaupt zu präsentieren."

Beide haben keinen Vertrag mit einer Galerie. Dort gehe der einzelne Künstler oft unter, sagen sie unisono. Auf der Discovery Art Fair zeigen sie Malerei und großformatige Skulpturen.

2019 auf größerer Fläche

Malerei und Skulpturen - sie sind nur ein Teil der Ausstellungsprogramms, sagt Jörgen Golz: "Wir versuchen auch, in die Randbereiche zu gehen: Wir werden zum Beispiel am Eingang eine Raumintervention haben, wir werden Videokunst haben, auch eine eigene Koje mit Virtual Reality von einem amerikanischen Künstler. Es ist im Grunde genommen die gesamte Bandbreite."

Die Discovery Art Fair soll kein Versuchsballon sein, sagt er. Das Interesse an der Messe sei so groß, dass sie im nächsten Jahr auf einer größeren Fläche stattfinden soll. Wo verrät Golz nicht. Nur so viel: Es wird wieder am ersten November-Wochenende irgendwo auf dem Messegelände in Frankfurt sein.