Autos im Stau
Bild © picture-alliance/dpa

Die Stickoxidwerte in Hessen sind 2018 an einigen Messstellen leicht zurückgegangen - auch in Frankfurt. Der Verkehrsdezernent der Stadt geht davon aus, dass damit Dieselfahrverbote in Frankfurt verhindert werden können.

Videobeitrag

Video

zum Video Stickoxid-Werte 2018 nur leicht gesunken

Ende des Videobeitrags

Nach der am Donnerstag vorgestellten Stickoxid-Bilanz für 2018 geht Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) davon aus, Dieselfahrverbote noch abwenden zu können. Oesterling sagte dem hr, er sei sich relativ sicher, dass die Stadt ohne ein flächendeckendes Fahrverbot in der Innenstadt auskomme. Wenn die Stadt intensiv daran arbeite, könne sie auch streckenbezogene Fahrverbote vermeiden.

Noch vor wenigen Wochen hatte Oesterling gesagt, Frankfurt werde an Fahrverboten wohl nicht vorbeikommen. Seinen Sinneswandel erklärte der Dezernent auch damit, dass die Stadt durch die anstehende Berufungsverhandlung über mögliche Fahrverbote wohl auch mehr Zeit bekomme, die Grenzwerte einzuhalten.

Stickoxid-Werte nur leicht gesunken

Im vergangenen Jahr sind die Jahresmittelwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) an vielen Messstationen weiterhin überschritten worden. An den meisten Messstellen gingen sie aber leicht zurück - darunter in Frankfurt. Das geht aus einer ersten Bilanz des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vom Donnerstag hervor.

An den vier festen Messstationen in Frankfurt wurde demnach nur in der Friedberger Landstraße der Grenzwert überschritten. Er sank aber von 47 auf 46 Mikrogramm pro Kubikmeter. Von den neun sogenannten Passivsammler-Messstellen in Frankfurt wurde an vier Stellen der Grenzwert überschritten, 2017 waren es noch fünf. An der Messstelle Börnelpatz in der Innenstadt sank der Jahresmittelwert von 54 auf 50 Mikrogramm. Den höchsten Frankfurter Jahreswert gab es 2018 mit 52 Mikrogramm an der Passiv-Messstelle Am Erlenbruch.

Niedrigere Werte in Wiesbaden, höhere in Gießen und Limburg

An allen festen Messstationen, an denen 2017 der Grenzwert überschritten wurde, sei er auch 2018 überschritten worden, teilte das HLNUG mit. In dem ebenfallls von einem Dieselfahrverbot bedrohten Wiesbaden sank der Jahresmittelwert für NO2 leicht von 50 auf 48 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch an der Station Darmstadt-Hügelstraße wurde der Grenzwert mit knapp 50 Mikrogramm weiterhin überschritten.

In Limburg und Gießen zeigt sich ein anderer Trend: An der Messstelle Limburg-Schiede stieg der Jahresmittelwert laut HLNUG von 43 auf 49 Mikrogramm pro Kubikmeter an. An der Station Gießen-Westanlage kletterte er von 42 auf 44 Mikrogramm. Der europaweit geltende Grenzwert beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Aktuelle Stickoxidwerte für Hessen finden Sie hier.

Höchster Wert weiterhin in Darmstadt

Auch an den meisten sogenannten Passivsammler-Messstellen hat das HLNUG leicht niedrigere Werte gemessen. Nur an der Messstelle Offenbach-Bieberer Straße sei der Grenzwert im Gegensatz zum Vorjahr knapp überschritten worden. An den Stellen Frankfurt-Reuter Weg und Bensheim-Nibelungenstraße sei der Grenzwert im Gegensatz zum Vorjahr dagegen eingehalten worden.

Der höchste "Passivsammlerwert" wurde laut HLNUG ebenfalls erneut an der Messstelle Darmstadt-Hügelstraße gemessen - mit knapp 67 Mikrogramm pro Kubikmeter. 2017 lag er hier bei 72 Mikrogramm.

Hinz sieht Abwärtstrend

"Der Großteil der Stickoxidwerte ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken", kommentierte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) die Zahlen des Landesamts. "Es ist gut, dass wir hier einen Abwärtstrend erkennen können." Dennoch gebe es noch immer teils sehr hohe Überschreitungen, und es seien weiterhin Maßnahmen für bessere Luft in den Städten nötig.