Linienbus in Frankfurt

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember will die Stadt Frankfurt die Buslinien attraktiver machen. Dazu zählen Metrobusse, die rund um die Uhr fahren. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Neue Buslinien zum Fahrplanwechsel in Frankfurt

Frankfurter Linienbus
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Metrobusse, die rund um die Uhr fahren, Expresslinien zum Flughafen und ein ausgebautes Nachtlinien-Netz: Das sind aus Sicht der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiQ die wichtigsten Veränderungen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember.

Die Pläne, die Nachtschwärmern und Reisenden wegen der aktuellen Beschränkungen erst nach einem Ende der Corona-Pandemie nützen werden, stellte die Gesellschaft am Freitag vor.

"Metrobusse" rund um die Uhr

Acht wichtige Buslinien in Frankfurt werden zu "Metrobussen": Sie sollen in Zukunft jeden Tag rund um die Uhr fahren. Solche Busse gibt es schon in Berlin, Hamburg und München.

Tagsüber werden sie mindestens im Zehn-Minuten-Takt unterwegs sein, an Sonn- und Feiertagen jede Viertelstunde und nachts jede halbe Stunde:

  • M32: Westbahnhof - Ostbahnhof
  • M34: Gallus Mönchhofstraße - Bornheim Mitte
  • M36: Westbahnhof - Sachsenhausen Hainer Weg
  • M43: Bergen Ost - Bornheim Mitte
  • M55: Sindlingen Friedhof - Rödelheim Bahnhof
  • M60: Rödelheim Bahnhof - Heddernheim
  • M72/M73: Nordwestzentrum - Rödelheim / - Westbahnhof

"Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber heute", sagte der Geschäftsführer von traffiQ, Tom Reinhold, dem hr. "Wir bieten mit dem dichteren Takt mehr Fahrten an und damit auch mehr Platz für die Fahrgäste. Und es ist leichter zu merken, weil die Busse rund um die Uhr fahren."

Nachtverkehr leichter verständlich

Von den neuen Metro-Linien sollen vor allem auch diejenigen profitieren, die nachts durch Frankfurt fahren. Denn das Nachtnetz soll in Zukunft so ähnlich aussehen wie tagsüber, damit es leichter zu nutzen ist.

Seit zwei Jahren fahren U-Bahnen und Straßenbahnen am Wochenende nachts durchgängig - während der Woche gab es bisher spezielle Nachtbusse auf eigenen Linien. "Das war ein Netz für Spezialisten - das war nicht leicht zu merken", räumte Reinhold ein.

Ab Mitte Dezember soll sich das ändern. "Zukünftig fahren unter der Woche Buslinien dort, wo sonst U-Bahn und Straßenbahn fahren." Diese Buslinien tragen dann ähnliche Namen wie die Linien tagsüber. Entlang der Strecke der Straßenbahn 11 fährt dann zum Beispiel die Nachtlinie N11.

Expressbusse zum Flughafen

Eine weitere Neuerung ab Mitte Dezember: Fahrgäste sollen schneller zum Frankfurter Flughafen kommen. Dafür gibt es drei neue Expresslinien, die mit einem "X" gekennzeichnet sind:

  • X58: Höchst Bahnhof - Flughafen Terminal 1
  • X61: Südbahnhof - Gateway Gardens - Flughafen Terminal 1
  • X77: Südbahnhof - Gateway Gardens - Cargo City Süd

"Expressbuslinien haben einen gestrafften Linienweg und benutzen weitgehend Schnellstraßen", erklärte Reinhold. Weil sie nur ausgewählte Haltestellen anfahren, sollen sie bis zu 15 Minuten schneller sein als bisherige Buslinien.

Mehr Nahverkehr - trotz Corona

Dass wegen der Corona-Pandemie gerade weniger Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen, war für die Stadt Frankfurt kein Grund gegen den Ausbau.

traffiQ-Geschäftsführer Reinhold sagte dem hr dazu: "Wir haben immer noch Fahrgastverluste im Bereich von 20 bis 30 Prozent. Trotzdem ist es wichtig, dass wir so viel Kapazität wie möglich bieten, damit die Leute unterwegs Abstand halten können."

Auch das ausgebaute Nachtnetz habe trotz Corona seine Berechtigung, erklärte Reinhold: "Es gibt auch nachts durchaus Verkehr - zum Beispiel Schichtarbeiter, die zur Arbeit kommen müssen."

Mehr E-Busse in Frankfurt

Für den Ausbau der Linien kauft die Stadt Frankfurt mehr Busse ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Nach Angaben von traffiQ sollen die Flotte auf insgesamt 29 E-Busse anwachsen.

Ein Elektrobus wartet an der Bockenheimer Warte in Frankfurt an der Ampel.

Dadurch sollen drei weitere Buslinien in Frankfurt rein elektrisch betrieben werden, darunter auch die Metro-Linie M60. Die erste E-Bus-Linie 75 gibt es seit 2018.

Insgesamt kostet der Ausbau des Liniennetzes rund 6,3 Millionen Euro. Die sollen sich laut Geschäftsführer Reinhold lohnen: "Wir werden damit nach unseren Rechnungen zwei Millionen Fahrgäste im Jahr gewinnen."

Sendung: hr-iNFO, 04.12.2020, 15.30 Uhr