Obike-Leihräder in Frankfurt
Obike-Leihräder in Frankfurt Bild © hessenschau.de

Die Stadt Frankfurt hat damit begonnen, die Leihräder des Anbieters Obike einzusammeln. Sie sollen unter anderem versteigert werden. Der Verleiher kümmert sich nicht mehr um die Räder und ist abgetaucht.

Nach der Ankündigung, gegen die verwahrlosten Fahrräder des abgetauchten Radverleihers Obike vorzugehen, hat die Stadt Frankfurt begonnen, die Räder einzusammeln. Das teilte der Sprecher des Verkehrsdezernats, Sfefan Lüdecke, am Donnerstag auf hessenschau.de-Anfrage mit.

Die Stadt hatte vor rund einer Woche angekündigt, die Obike-Räder einzusammeln, wenn der Verleiher dies nicht selber tue. Man habe Obike "mehrfach mit Fristsetzung aufgefordert", sich zu äußern, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Was mit dem Fahrrad-Verleiher los ist, ist weiterhin unklar. Vor einigen Wochen hieß es, Obike sei pleite. Der Anbieter aus Singapur sprach dagegen von einer Restrukturierung. Erreichbar war das Unternehmen auch am Donnerstag nicht.

1.200 Obikes in Frankfurt

Von Obike gebe es kein Lebenszeichen, bestätigte auch Lüdecke. Seit der Ankündigung der Stadt würden die Fahrräder nun mit gelben Banderolen gekennzeichnet. Nach sieben Tagen Frist würden die Räder eingesammelt und zwischengelagert.

Insgesamt rechnet die Stadt damit, dass noch rund 1.200 Obike-Fahrräder im Stadtgebiet stehen. Die Innenstadt sei weniger betroffen, sagte Oesterling. In den Außenbezirken ständen dagegen noch viele Obikes in Seitenstraßen und Grünflächen. Das Einsammeln werde einige Zeit dauern.

Wie andere Städte will Frankfurt einen Teil der Kosten wieder reinholen, indem Obikes versteigert würden. Jedoch seien die Beseitigungskosten vermutlich höher als der Materialwert, so das Dezernat.

Obike für 69 Euro im Verkauf

In Hamburg wurden bislang rund 10.000 der gelb-grauen Räder an Privatleute, Firmen und Hotels verkauft. Das sagte der Besitzer der Lagerhalle, der die Fahrräder für den umstrittenen Anbieter aus Singapur eingelagert hatte. Weitere 2.000 stehen dort seit Mittwoch zum Verkauf. Die neuwertigen Ein-Gang-Räder mit Vollgummireifen sollen dort 69 Euro kosten.

Das Züricher Transportunternehmen "Umzug 24" will inzwischen mehr als 50.000 Obikes in Europa übernommen haben - darunter auch die in Hamburg eingelagerten. Man verkaufe sie nun unter anderem an Großhändler in Düsseldorf, Hamburg und München.

Obike hatte seit dem vergangenen Jahr in mehreren europäischen Städten Räder verliehen, die Passanten via Smartphone-App mieten können. In deutschen Städten wuchsen die Probleme mit den Obikes, die vielerorts im Weg standen, beschädigt und nicht gewartet wurden.