Passagiere stehen an Schaltern im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens Schlange.
Passagiere stehen an Schaltern im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens Schlange. Bild © Imago

Der Frankfurter Flughafen arbeitet immer häufiger an seiner Kapazitätsgrenze. Hauptkunde Lufthansa droht mit Konsequenzen. Der Flughafen hofft auf mehr Polizisten.

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An etwa 140 Tagen in diesem Jahr werde der Flughafen mehr als 200.000 Gäste abfertigen, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Freitag bei der Bilanzvorlage. Vor 2014 war dies so gut wie nie der Fall.

Nach einem überraschend starken Passagieranstieg im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent erwartet Fraport damit auch dieses Jahr ein ähnliches Plus auf bis zu 68,5 Millionen Fluggäste. Schon 2017 hatte Schulte gesagt, die Kapazitätsgrenze der beiden Terminals liege bei 64 Millionen Passagieren, 68 Millionen seien "nur zeitweise und unter Qualitätseinbußen" möglich.

Lufthansa: Passagiere beschweren sich

Das Gedränge in den Terminals nimmt damit weiter zu. Zunächst bleibt aber nur die Chance, die bestehenden Abläufe in den beiden bestehenden Terminals zu verbessern. Der dritte Passagierbau wird erst ab dem Jahr 2023 zur Verfügung stehen, ein kleiner Teilbereich für die seit 2017 auch in Frankfurt stark wachsenden Billigflieger kommt den Fraport-Plänen zufolge voraussichtlich im Jahr 2020.

Hauptkunde Lufthansa hatte am Vortrag geklagt, Passagiere beschwerten sich, dass die Abläufe häufig nicht dem Premium-Anspruch genügten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr drohte: Wenn man die Probleme nicht in den Griff bekomme, müsse es vielleicht weitere Kapazitätsverlagerungen an andere Drehkreuze geben.

Warten auf mehr Bundespolizisten

Zum Sommerflugplan ab Ende März hat Lufthansa fünf Flugzeuge ihres größten Typs A380 von Frankfurt nach München verlegt und schickt von Frankfurt aus kleinere Jets in die Luft. Das entspreche über den Sommer einer Kapazitätsverschiebung von rund 200.000 Plätzen nach München, sagte Spohr. Schulte meinte, dass ihm keine Hinweise auf weitere Verlagerungen vorlägen.

Fraport wartet nach Schultes Worten dringend auf neue, von der Bundesregierung zugesagte Bundespolizisten, um die Passkontrollen zu beschleunigen. Die Leute müssten aber zunächst noch ausgebildet werden. Im internationalen Vergleich seien die von privaten Dienstleistern unter Aufsicht der Bundespolizei organisierten Kontrollen zu langsam.

Die Flughäfen wollen den Einsatz der Dienstleister selbst steuern und mit Anreizen verbessern. Es müsse auch die Möglichkeit geschaffen werden, innerhalb der Kontrolllinie besonders langsame Passagiere zu überholen, schlug Schulte vor.

Suche nach Arbeitskräften

Auch in weiteren Bereichen sucht der Flughafen händeringend nach zusätzlichen Arbeitskräften. Um die derzeit rund 2.000 freien Stellen zu besetzen, wirbt das Unternehmen unter anderem in Griechenland und Kroatien um Arbeitskräfte.

Sendung: hr-INFO, 16.03.2017, 08.00 Uhr