Gepäckkontrolle in der Abflughalle des Flughafen Frankfurt
Nadelöhr: Vor dem Sicherheitscheck bildeten sich am Frankfurter Flughafen zuletzt oft lange Schlangen. Bild © picture-alliance/dpa

Lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen haben dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zuletzt viel Ärger eingebracht. Eine neue Abfertigungshalle soll Abhilfe schaffen. Doch die beste verfügbare Technik dafür kann die Fraport nicht kaufen.

Flaschenhals Passagierkontrolle: Zuletzt hatten rund um Ostern teils chaotische Verhältnisse in den Terminals am Frankfurter Flughafen geherrscht. Flugreisende klagten über lange Warteschlangen vor den Kontrollstellen - und die Lufthansa übte massive Kritik am Flughafenbetreiber Fraport. Die Fraport will nun gegensteuern und die Abfertigungsprozesse beschleunigen. Doch dabei sind ihr in manchen Punkten die Hände gebunden, wie Fraport-Chef Stefan Schulte am Donnerstagabend in Frankfurt sagte.

Zusatzhalle am Terminal 1 geplant

So will die Fraport bis zum ersten Quartal 2019 am Terminal 1 eine zusätzliche Leichtbauhalle errichten, in der zehn zusätzliche Kontrollspuren Platz finden. Gerne würde der Flughafenbetreiber dafür die beste Technik kaufen, die auf dem Markt zu haben ist. Doch man müsse veraltete Technik anschaffen, klagte Schulte. Dazu sei man gezwungen, weil bessere und in anderen EU-Ländern bereits eingesetzte Detektoren in Deutschland noch nicht zugelassen seien. Die entsprechenden Rahmenverträge des Bundes für die aktuell eingesetzten Geräte liefen noch bis Ende 2020.

"In Sachen Sicherheit sind die derzeitigen Geräte auch auf dem neuesten Stand, aber die neueren Geräte wären effizienter", betonte eine Fraport-Sprecherin am Freitag gegenüber hessenschau.de. Sprich: Die neuere Technik würde die Kontrollprozeduren beschleunigen. Es geht um Körperscanner, Detektoren und Röntgengeräte, die am Sicherheitscheck zum Einsatz kommen.

Fraport drängt auf Sicherheitskontrolle in Eigenregie

Es geht der Fraport aber nicht nur um neue Technik. Sie drängt außerdem darauf, die Sicherheitskontrollen für die Passagiere selbst zu organisieren. Bislang ist dafür die Bundespolizei zuständig. Läge die organisatorische Verantwortung bei der Fraport, könne vieles effizienter und schneller gestaltet werden, sagte die Sprecherin des Flughafenbetreibers.

"An anderen Flughäfen in Europa können pro Kontrollstelle in der gleichen Zeit etwa doppelt so viele Passagiere überprüft werden wie in Deutschland", hatte Schulte erst kürzlich moniert. Man sei sich mit dem Bundesinnenministerium einig, die Bundespolizei künftig auf ihre Kernaufgaben zu beschränken. Für entsprechende Gesetzesänderungen liege in Berlin ein Referentenentwurf vor, sagte Schulte. Der Fraport-Chef hofft auf eine schnelle Entscheidung: "Wir haben die Zeit nicht, wir brauchen eine möglichst schnelle Entscheidung."

Passagier-Ansturm zum Ferienbeginn erwartet

Derweil meldet die Fraport einen Passagierrekord nach dem anderen. Im Mai zählte der Frankfurter Flughafen gut 6,1 Millionen Fluggäste - 9,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für die ersten fünf Monate steht damit ein Zuwachs von 8,9 Prozent zu Buche. Die Steigerung fällt damit deutlich stärker aus als für das Gesamtjahr angepeilt.

Der nächste Lackmustest steht für die Fraport bald an: Am nächsten Wochenende erwartet der Flughafenbetreiber einen besonders starken Andrang von Fluggästen, weil die Sommerferien am 22. Juni in Hessen und Rheinland-Pfalz beginnen. Er hoffe, dass es besser werde als zu Ostern, sagte Schulte. Man setze jedenfalls alles daran.