Nahaufnahme der Glasfassade des Grand Tower
Die Glasfassade des Grand Tower Bild © picture-alliance/dpa

Mit 172 Metern soll er Deutschlands höchster Wohnturm werden. Der Frankfurter Grand Tower feiert Richtfest und verspricht seinen Bewohnern allerlei Annehmlichkeiten. Das große Problem: der Preis.

Wer es ganz unkonventionell mag, den verschlägt es im Frankfurter Grand Tower schon mal in den Gemeinschaftsraum mit voll ausgestatteter Küche. Hier, so die Planungen der Macher, könnte einmal ein Hauch von Studenten-WG wehen - natürlich eher BWL als Soziologie.

Wohnhochhaus Grand Tower
So soll der Grand Tower mal aussehen, wenn er fertig ist. Bild © gsp Städtebau

Die Architekten des neuen Luxus-Hochhauses sprechen in diesem Zusammenhang von Zukunftskonzepten. Etwa wie beim Car-Sharing könne man sich auch Wohnraum teilen. Um Gäste einzuladen, ohne sie in der eigenen Wohnung empfangen zu müssen. Oder vielleicht schlicht dann, wenn auf dem Sunset-Deck im 43. Stock gerade alle Plätze belegt sind.

Hotellobby und Kräutergarten

Am Freitag feierte der Grand Tower im Europaviertel Richtfest. Direkt neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza gelegen soll er mit 172 Metern der bundesweit höchste Wohnturm werden und damit das Kölner Colonia-Haus (147 Meter) ablösen. Nächstes Jahr werden die ersten Bewohner erwartet, wie ein Sprecher der Projektentwicklungsgesellschaft gsp Städtebau mitteilte.

Hochhaus "The Grand Tower"
Sonnendeck und Dachterrasse sind inklusive. Bild © gsp Städtebau

Die Vorzüge des neuen Wolkenkratzers liegen klar auf der Hand: Neben einer fantastischen Aussicht lockt das futuristische Gebäude, das schon mit allerlei Preisen überhäuft wurde, mit einem Concierge-Service in der hotelartigen Eingangslobby, einer 1.000 Quadratmeter großen Rooftop-Terrasse oder besagtem Sonnendeck in Etage 43 von insgesamt 47. Und die Hobbygärtner unter den Bewohnern dürfen sich im Kräutergarten im siebten Stock austoben.

Elf Millionen für Penthouse-Wohnungen

Mehr als 400 Eigentumswohnungen in einer Größenordnung von 41 bis 300 Quadratmetern werden angeboten. Die beiden höchstgelegenen Penthouses seien schon weg, erklärte der Projekt-Sprecher. Ein Käufer sicherte sich die insgesamt 574 Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer - wohlbemerkt durchschnittlichen – Kaufsumme von 19.000 Euro pro Quadratmeter in den obersten fünf Etagen legte der stolze neue Eigentümer somit mindestens elf Millionen Euro auf den Tisch.

Hochhaus "The Grand Tower"
Die Penthouse-Wohnungen sind nichts für Knauser. Bild © gsp Städtebau

Überhaupt der Preis: Wer von ein paar Dosen-Ravioli in der Grand-Tower-Gemeinschaftsküche träumt, sollte vorher besser mit seinem Bankberater klären, ob es künftig noch für zwei warme Mahlzeiten reicht. Los geht es in den unteren Stockwerken des Luxus-Wohnturms zwar "schon" bei einem Quadratmeterpreis von 5.700 Euro, durchschnittlich liegt dieser aber bei 8.000 Euro. Das geht schnell ins Geld.

Weitere Wohntürme in Planung

An Interessenten scheint es in Frankfurt dennoch nicht zu fehlen. Allein im Europaviertel sind acht Wohntürme geplant oder bereits fertiggestellt. Die Skyline der Stadt wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verändern: Rund 20 Hochhäuser sollen entstehen, darunter der knapp 183 Meter hohe "Omniturm", der Wohnen und Arbeiten unter einem Dach vereinen soll.  Schnäppchenpreise sind auch hier eher unwahrscheinlich, WG-Flair hin oder her.

Sendung: hr4, 21.09.2018, 17.30 Uhr