Vom Frankfurter Zoll beschlagnahmte Plagiate.

Der Frankfurter Zoll hat auch 2018 wieder Drogenkuriere festgenommen, Schmuggelware gestoppt oder geschützte Tiere in seine Obhut genommen - vor allem am Flughafen. Die außergewöhnlichsten Funde und Fälle präsentierten die Behörde am Montag.

Frankfurter Zöllner haben 2018 wieder große Mengen an geschmuggelten Arzneimitteln aus dem Verkehr gezogen - die meisten Produkte im Postverkehr. Das teilte das Frankfurter Hauptzollamt bei seiner Jahrespressekonferenz am Montag mit.

Demnach wurden insgesamt fast 1,5 Millionen illegal eingeführte Tabletten und Ampullen sichergestellt - ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Darunter waren auch gefälschte Medikamente, wie zum Beispiel Potenzmittel aus Indien.

Zoll-Mitarbeiter entdeckten im vergangenen Jahr aber auch ein "Darknet-Paket" mit mehr als tausend Pflastern, die mit dem Betäubungsmittel Fentanyl präpariert waren. "Das ist ein hochwirksames Mittel, hundertmal stärker als Morphin", berichtete Albrecht Vieth, der Leiter des Hauptzollamts. Weitere Ermittlungen hätten dann zur Festnahme einer 21 Jahre alten Frau in Kanada geführt - so wie Verbrechen kennen eben auch Ermittlungen keine Grenzen.

Ermittler entdecken mehr Kokain

Beim Drogenschmuggel fiel vor allem eine Zunahme beim Kokain auf, sagte Vieth. 139 Kilogramm wurden beschlagnahmt - fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig: Weit über die Hälfte der sichergestellten Einzelmengen im Bereich von ein bis zwei Kilogramm waren für das Rhein-Main-Gebiet bestimmt.

Frankfurter Ermittler zeigen, wie Kokain in einem Baseball versteckt wurde.

Insgesamt entdeckten die Ermittler über 7.000 Kilogramm geschmuggelte Drogen. Den weitaus größten Anteil hatte die Kaudroge Khat - mit knapp 4.800 Kilogramm. Außerdem stießen die Zöllner auf rund 290 Kilogramm synthetische Drogen, sechs Kilogramm Heroin und acht Kilogramm Marihuana.

69 Drogen-Behältnisse im Magen-Darm-Trakt

83 Drogenkuriere seien festgenommen worden. 13 von ihnen seien als sogenannte "Schlucker" identifiziert worden, die das Rauschgift im Körper transportieren. Der Frankfurter Flughafen sei ein Drehkreuz des internationalen Drogenschmuggels, bilanzierte Vieth. Allein die 28 Spürhundeteams hätten 112 erfolgreiche Einsätze absolviert.

Vieth schilderte den "besonders krassen" Fall eines 60 Jahre alten Vaters und seines 32 Jahre alten Sohnes aus dem mittelamerikanischen Guatemala, die über Mexiko-Stadt eingereist waren und weiter nach Barcelona wollten. Bei dem Vater seien 69 Behältnisse mit 1,5 Kilogramm Rauschgift im Magen-Darmtrakt gefunden worden, bei dem Sohn 16 Behältnisse mit 340 Gramm.

Großteil der Plagiate aus China

Fündig wurden die Beamten auch im Kampf gegen Marken- und Produktpiraterie. Knapp 522.000 Plagiate wurden aus dem Verkehr gezogen. Weniger als im Vorjahr, dafür stieg der Gesamtwert auf 25,7 Millionen Euro. Zum größten Teil kamen die gefälschten Artikel aus China. Darunter Markenuhren, Kleidungsstücke, Taschen, Sonnenbrillen, Handys, Spielzeug und Computerzubehör.

Immer wieder entdeckten Zöllner auch Produkte artengeschützer Tiere.

Auch in Sachen Artenschutz mussten die Zöllner immer wieder einschreiten. Sie fanden über 21.400 geschützte Exemplare - darunter über 460 lebende Tiere und 300 lebende Pflanzen.

Insgesamt steuerte das Frankfurter Hauptzollamt im vergangenen Jahr 6,56 Milliarden Euro zum Bundeshaushalt bei - durch Steuern, Zölle und andere Abgaben. Das waren gut acht Prozent mehr als 2017.

Sendung: hr-iNFO, 08.04.2019, 15.00 Uhr