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Fraport kehrt 2021 in die Gewinnzone zurück

Fraport-Chef Stefan Schulte

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist im zweiten Corona-Jahr 2021 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Vom Vor-Corona-Niveau ist der Konzern aber noch weit entfernt - und der Ukraine-Krieg sorgt für neue Unsicherheiten.

Die Pandemie hat die gesamte Luftfahrtindustrie schwer gebeutelt. Doch das zweite Corona-Jahr hat zu einer gewissen Erholung im Passagierverkehr geführt - und den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport damit zurück in die Gewinnzone. Auch wegen krisenbedingter Ausgleichszahlungen stand unter dem Strich ein Überschuss von knapp 83 Millionen Euro nach einem Verlust von fast 658 Millionen Euro im Vorjahr, wie die Fraport am Dienstag bilanzierte.

"Die Menschen wollen wieder verreisen"

Nach 24,8 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr rechnet Vorstandschef Stefan Schulte für 2022 mit einer weiteren Steigerung auf 39 bis 46 Millionen Passagiere. Das entspricht 55 bis 65 Prozent des Niveaus aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. Dennoch gab sich Schulte zuversichtlich. "Positiv stimmen uns die aktuellen Buchungszahlen", so der Fraport-Chef. "Sie zeigen: Die Menschen wollen wieder verreisen." Flexibilität bleibe allerdings notwendig, gerade auch mit Blick auf die aktuelle geopolitische Situation.

Das Unternehmen habe in der Krise hart an den Kosten gearbeitet und stehe heute schlanker und effizienter da. Bereits zur Jahresmitte 2021 waren demnach 4.300 Stellen vor allem in der Verwaltung sozialverträglich abgebaut. Im operativen Bereich sucht das Unternehmen wegen des erwarteten Urlauber-Ansturms im Frühjahr und Sommer bereits rund 1.000 neue Kräfte. An einzelnen Tagen im Sommerflugplan könnten Verkehrsspitzen wie in der Vor-Corona-Zeit erreicht werden, erklärte Schulte. Das sei für Fraport wie auch für die Fluggesellschaften und die verschiedenen Dienstleister eine große Herausforderung.

Russische Touristen könnten in Antalya wegbleiben

Der Konzern ist durch den Konflikt unter anderem im Frachtgeschäft betroffen. Aber auch für die von russischen Reisenden viel genutzten Fraport-Standorte im türkischen Antalya sowie in Bulgarien wagt der Konzern derzeit keine Vorhersage. Schon jetzt sitzen russische Reisende an ihren Urlaubsorten fest, weil ihre Rückflüge gestrichen wurden. Laut Fraport kamen bisher rund 30 Prozent der Passagiere in Antalya aus Russland. Würden sie alle wegbleiben, würde das den Konzern laut Schulte rund 50 Millionen Euro beim Ergebnis kosten.

Die Folgen des Ukraine-Kriegs wie etwa der hohe Ölpreis und die erneute Gefahr schwindender Passagierzahlen hatten zuletzt schwer auf dem Fraport-Kurs gelastet. Seit Beginn des Ukraine-Krieges hatte der Fraport-Kurs in der Spitze fast ein Drittel an Wert verloren. Bei den Einzelwerten stürzten die Fraport-Aktien am Dienstagmorgen erneut ab. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr sei unter den Erwartungen geblieben, sagte ein Händler.

Schuldenabbau statt Dividende

Nachdem der Umsatz von Fraport 2021 um knapp 28 Prozent auf gut 2,1 Milliarden Euro gestiegen ist, soll er im laufenden Jahr weiter auf rund 3 Milliarden Euro zulegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte nach 757 Millionen Euro im Vorjahr allerdings nur auf 760 bis 880 Millionen Euro steigen. Denn Fraport hatte 2021 von Ausgleichszahlungen und staatlichen Kompensationen in Höhe von 320 Millionen Euro profitiert, die sich nicht wiederholen dürften.

Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter soll nun 50 bis 150 Millionen Euro erreichen. Die Aktionäre sollen sich auf eine weitere Nullrunde einstellen. So will Fraport auch für 2022 keine Dividende ausschütten und das Geld stattdessen für den Schuldenabbau verwenden.

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