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Fraport zieht sich aus St. Petersburg zurück - Verlust für Flughafenbetreiber

Fraport-Logo und Stift mit Fraport-Aufschrift

Flughafenbetreiber Fraport will sich vor dem Hintergrund der russischen Invasion in die Ukraine aus dem Airport in St. Petersburg zurückziehen. Eine neunstellige Summe Geld dürfte damit allerdings verloren sein.

Folgt man der Überschrift der am Freitag von der Fraport AG veröffentlichten Pressemitteilung, dann lässt der Frankfurter Flughafenbetreiber "seine Geschäfte in St. Petersburg ruhen". Liest man dann den Text weiter, betreibt die mehrheitlich dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehörende AG eigentlich gar keine Geschäfte mehr in der zweitgrößten russischen Stadt. "Fraport hat vor Ort kein Fraport-Personal eingesetzt", heißt es darin.

Zudem sei die Fraport nicht in den Geschäftsbetrieb des Flughafens Pulkowo in St. Petersburg involviert, hierfür sei die Geschäftsführung der Northern Capital Gateway zuständig. Die Fraport hält 25 Prozent der Anteile an der Northern Capital Gateway - ebenso wie die russische VTB Bank, die wegen des Ukraine-Krieges mit Sanktionen belegt wird.

Doch was will die Fraport AG dann mit der Mitteilung sagen? Etwas weiter im Text heißt es: "Fraport wird selbstverständlich alles unternehmen, seine Vermögenswerte zurück zu erhalten."

Es geht um mindestens 100 Millionen

Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher des Unternehmens, es gehe bei den Vermögenswerten um Gelder im unteren dreistelligen Millionenbereich, also mindestens 100 Millionen Euro. Wofür Fraport das Geld genau gegeben hat, will der Sprecher aus rechtlichen Gründen nicht sagen. Beim Einstieg hatte Fraport die eigene Beteiligung auf rund 170 Millionen Euro beziffert, wie die dpa berichtet.

Aus Sicht des Frankfurter Flughafenbetreibers scheint es jedoch nicht ausgeschlossen, dass man das Geld niemals wiedersieht. Denn weiter heißt es in der Mitteilung, die "Vermögenswerte" nicht zurückzufordern, "hieße, Russland in dieser Situation Geld bzw. Vermögen zu schenken".