Blick ins menschenleere Terminal 1 am Frankfurter Flughafen

Die Corona-Krise hat den Frankfurter Flughafenbetreiber noch schwerer getroffen als erwartet. Der Vorstand zeichnet für die kommenden Jahre ein düsteres Bild.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fraport tief in der Verlustzone

Leeres Gepäckband am Flughafen Frankfurt
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Leere Terminals, kaum Starts und Landungen: Der Einbruch des Passagierverkehrs in der Corona-Krise und der geplante Stellenabbau haben den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als angenommen.

Mehr als eine halbe Milliarde Verlust

In den ersten neun Monaten des Jahres musste das Unternehmen einen Verlust von rund 537 Millionen Euro hinnehmen, wie Fraport am Mittwoch mitteilte. Alleine im dritten Quartal, in das die Sommerferien fallen, stand unter dem Strich ein Verlust von 304 Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte Fraport im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 222 Millionen Euro.

Damit verfehlte Fraport die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Allein die Aufwendungen für den geplanten Abbau von bis zu 4.000 Arbeitsplätzen belasteten das Unternehmen mit 280 Millionen Euro.

"Die Lage der Branche ist weiterhin sehr angespannt", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte: "Mit dem erneuten europaweiten Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen haben auch die Reiserestriktionen wieder deutlich zugenommen."

Einschließlich des dritten Quartals sank das Passagieraufkommen 2020 um 70,2 Prozent auf 16,2 Millionen. Bis Ende des Jahres rechnet der Fraport-Vorstand mit 18 bis 19 Millionen Fluggästen in Frankfurt. Das entspräche ebenfalls einem Einbruch von mehr als 70 Prozent gegenüber 2019.

Fraport-Chef mit pessimistischer Prognose

Schulte zeichnete für die kommenden Jahre ein düsteres Bild: "Wir gehen aktuell davon aus, dass wir im kommenden Jahr in Frankfurt nur etwa 35 bis 45 Prozent des Passagieraufkommens von 2019 erreichen werden." Besonders das erste Quartal 2021 werde schwach ausfallen.

Selbst für die Jahre 2023 und 2024 erwartet Schulte noch keine Rückkehr zu den Zahlen, wie sie vor Corona waren. "Wir werden wohl nur 80 bis 90 Prozent erreichen", so Schulte: "Es liegt also noch ein langer Weg vor uns."

Sendung: hr-iNFO, 04.11.2020, 9 Uhr