Gähnende Leere am Frankfurter Flughafen

Wegen der Corona-Flaute stellt der Flughafen Frankfurt seinen Betrieb in vielen Teilen ein. Um Kosten zu sparen, schickt Betreiber Fraport die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Lufthansa fliegt unterdessen wie zuletzt 1955.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kurzarbeit in Hessen explodiert

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In der Corona-Krise fährt der Frankfurter Flughafen seinen Betrieb auf ein Minimum herunter. Betreiber Fraport schickt deswegen mindestens 18.000 seiner 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

"Mit der Kurzarbeit sichern wir unsere Arbeitsplätze auch in Krisenzeiten. Es ist unser erklärtes Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Fraport stockt Kurzarbeitergeld auf

Die Kurzarbeit ist zunächst bis Ende Mai bei der Arbeitsagentur beantragt. Fraport leistet zusätzlich zum Kurzarbeitergeld Zuzahlungen, so dass die Beschäftigten am Ende zwischen 75 und 95 Prozent ihres Nettogehalts bekommen.

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Kurzarbeit in Hessen

Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit berichtet von einer explodierenden Zahl von Anzeigen auf Kurzarbeit. Allein in dieser Woche seien rund 7.300 Anzeigen von Unternehmen eingegangen, berichtete die Agentur am Freitag. Im ganzen Jahr 2019 waren es nur rund 1.100, im Januar und Februar dieses Jahres insgesamt 219. Die Anzeigen kamen aus allen Branchen, überwiegend aus Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Messebau und Tourismus.

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Der Betrieb an Deutschlands größtem Flughafen schrumpft weiter. Ab Montag wird die Landebahn Nordwest gesperrt, um dort nicht benötigte Flugzeuge der Lufthansa abstellen zu können. Fraport will beide Passagierterminals offenhalten, schließt aber weitere Teilbereiche. Es sind nur noch Geschäfte für die Grundversorgung der wenigen verbliebenen Passagiere und Beschäftigte geöffnet. Die Bauarbeiten zum Terminal 3 im Süden der Anlage seien nicht von der Kurzarbeit betroffen.

Lufthansa fliegt wie 1955

Auch die in Frankfurt beheimatete Lufthansa fährt ihre Aktivitäten weiter herunter. Nächste Woche seien nur noch 50 Flüge pro Tag plus einige Eurowings-Verbindungen geplant, teilte Konzern-Chef Carsten Spohr am Donnerstag mit. Interkontinentalflüge starteten nur noch von Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Swiss ab Zürich.

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hs
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"Der Flugplan von 1955 sah genauso aus wie der, den wir in der kommenden Woche fliegen", sagte Spohr. Rund 700 der 763 Flugzeuge in der Konzernflotte stehen dann über viele Flughäfen verteilt am Boden.

Fracht statt Passagiere?

Als einziger Betriebsteil floriert noch die derzeit voll ausgelastete Frachttochter Lufthansa Cargo. "Die Nachfrage steigt täglich", sagte Spohr. Das Unternehmen prüfe daher, ob auch derzeit nicht benötigte Passagiermaschienen für den Frachtverkehr eingesetzt werden können.

Sendung: hr-iNFO, 20.03.2020, 17 Uhr