Mensch mit Mundschutz in einem Restaurant mit Zollstock zwischen den Tischen.

Zum Schutz vor Corona-Ansteckungen mussten Gaststätten in Hessen bisher fünf Quadratmeter Fläche pro Gast bereitstellen. Viele Gastronomen öffneten deshalb gar nicht erst. Damit soll ab Donnerstag Schluss sein. Eine Abstandsregel aber bleibt.

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hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 26.05.2020
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Die Flächen-Regelung in hessischen Gaststätten soll aufgehoben werden. Das bestätigte eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums dem hr. "Es gilt keine Quadratmeterregelung mehr, aber ein Mindestabstand von eineinhalb Metern", sagte sie am Dienstagnachmittag auf hr-Nachfrage.

Dieser Beschluss des Corona-Kabinetts von Montag solle voraussichtlich am Donnerstag mit der Veröffentlichung der entsprechenden Verordnung in Kraft treten.

Mindestabstand zwischen Gästen: 1,5 Meter

Bislang galt in Hessen, dass pro fünf Quadratmeter Fläche nur ein Gast im Restaurant sein darf. Das stieß bei vielen Gastronomen auf heftige Kritik. Nun heißt es laut Pressemitteilung der Landesregierung vom Dienstag:

"Betriebe müssen aber weiterhin streng darauf achten, dass ihre Gäste in Restaurant, Café oder Kneipe den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten können und können dem entsprechend in aller Regel nicht alle vorhandenen Sitzplätze mit Gästen besetzen."

Wirtschaftsminister: "Sicher nicht immer einfach"

Die Fünf-Quadratmeter-Regelung sei für hessische Gastronomen "sicher nicht immer einfach, gerade für diejenigen mit kleinen Gasträumen", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). "Aber die vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass das behutsame Vorgehen richtig war und das sehr gut funktioniert hat." Darum habe man sich für die Abschaffung der alten Regelung entschieden.

Zuvor hatte der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz die Nachricht auf Facebook mitgeteilt. Die Aufhebung der Regelung sei ein guter und wichtiger Schritt für die Gastronomie, erklärte Pentz. Die übrigen Hygieneregeln sollen weiter gelten.

Verhaltene Freude

Auch wenn die Besucherzahlen damit noch immer weit unter denen von früher liegen, freut sich so mancher Gastronom über den Beschluss. "Das ist gut", sagte Toni Tsonis, Mitinhaber des Restaurants "Schöneberger" in Frankfurt-Bornheim dem hr zu der Aussicht, künftig mit der Abstandsregelung von eineinhalb Metern zu arbeiten.

Mit der Vorgabe von fünf Quadratmetern pro Person habe er maximal 30 Personen im Innenbereich das Gastraums bewirtschaften können, mit der neuen Regelung wären immerhin bis zu 50 möglich. Von Normalität ist das noch weit entfernt. Früher, vor den ersten Corona-Maßnahmen, fanden laut Tsonis drinnen bis zu 120 Gäste Platz.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 26.05.2020, 16.45 Uhr

Ihre Kommentare In Gaststätten und Restaurants darf es wieder enger werden. Was halten Sie davon?

192 Kommentare

  • Die 5 Quadratmeter-Regel war bundesweit einmalig und willkürlich. Genauso wie viele andere Corona-Regeln. Ramelow hat Recht: Abschaffen (bevor es Gerichte tun) und lokal einschreiten, falls es zu Ausbrüchen kommt.

  • Nichts! Wir sollten uns glücklich schätzen, dass die Pandemie für uns bislang halbwegs glimpflich ausgegangen ist (wobei diejenigen, die Angehörige und Freunde verloren haben oder an den Spätfolgen der Krankheit leiden, von 'glimpflich' nicht reden werden), und das Bewahrte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Gastronomie und Distanz ist ein Widerspruch in sich! Besser wäre es, es ließen sich kluge Möglichkeiten finden, die Kosten in der Gastronomie zu senken, bis sie tatsächlich wieder relativ gefahrlos öffnen kann.

  • Die jetzige Abstandsregel im Aussenbereich Okay. Innen ? Außerdem verstehe ich das Gejammere der Branche nicht. Wer jahrelang bis zu 5 für ein Weizenbier und rund bis zu 7 für eine Flasche Wasser verlangt hat, der soll keine Reserve für die Flaute haben?

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