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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bauernproteste in Fulda, Gießen und Wiesbaden

Traktor-Korso in Fulda

Bauernproteste in vielen hessischen Städten: Allein in Fulda waren mehr als 200 Traktoren in der Innenstadt unterwegs. Protest gegen die Agrarpolitik und neue Düngevorschriften gab es auch in Gießen und Wiesbaden.

Rund 220 Traktoren sind am Freitagmittag unter dem Motto "Rettet die Landwirtschaft" in der Innenstadt von Fulda aufgefahren. Im Feierabendverkehr kam es zu massiven Behinderungen. Auch in Gießen sollte am Nachmittag demonstriert werden. Hier wurden ab 17 Uhr rund 180 Teilnehmer erwartet.

In Wiesbaden zogen etwa 100 Bauern mit 64 Traktoren durch die Stadt. In dem Konvoi fuhren sie über die seit Sonntag für Autos gesperrte Theodor-Heuss-Brücke nach Rheinland-Pfalz. In Mainz wollten sie vor dem ZDF gegen eine ihrer Meinung nach unfaire Berichterstattung in den Medien protestieren. Einige der Trecker trugen Plakate mit der Aufschrift "No farmers, no food, no future".

Die Demonstrationen waren Teil bundesweiter Proteste der Landwirte gegen Umweltauflagen und Preisverfall. Die Bauern kritisieren vor allem die Düngemittelverordnung. Auch der Preisverfall von Lebensmitteln wird angeprangert. Die Landwirte fordern unter anderem faire Preise in Supermärkten. Anlass der Demonstrationen ist die Grüne Woche in Berlin.

Die Bauern halten die neuen Regeln zur Düngung für unfair und die Nitratmesswerte der Böden für falsch. Für besonders belastete "rote Gebiete" ist eine Reduzierung der Düngung um 20 Prozent im Betriebsdurchschnitt vorgesehen. Zusätzlich soll es eine Mengen-Obergrenze je Fläche geben. Außerdem sollen Sperrzeiten im Herbst und Winter verlängert und die Abstände zu Gewässern beim Düngen vergrößert werden. Zudem soll es Aufzeichnungspflichten über die tatsächlich aufgebrachte Düngermengen geben.

Verband warnt vor Unterversorgung

Der Bauernverband warnt dagegen vor einer Unterversorgung von Kulturpflanzen wie etwa Weizen. Der Importanteil von Lebensmitteln auf dem deutschen Markt werde so zunehmen. Das Regelwerk von 2017 müsse sich erst noch bewähren, wofür es bereits erste Anzeichen gebe: überproportional sinkende Tierbestände und Rückgänge beim Mineraldüngerabsatz.

Sendung: hr-iNFO, 17.01.2020, 16 Uhr