Der Bau neuer Windräder ist in Hessen im vergangenen Jahr nahezu zum Erliegen gekommen. Schlechter läuft dieser Teil der Energiewende nur in einem Flächen-Bundesland.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wenige neue Windräder in Hessen

Windenergie Hessen
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Nach vorläufigen Zahlen sind in Hessen im vergangenen Jahr vier neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 14 Megawatt in Betrieben genommen worden. Das geht aus einer vorläufigen Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land hervor.

Damit lag Hessen im Vergleich der Flächenländer auf dem vorletzten Platz vor dem Saarland. Im Vorjahr war in Hessen noch eine Gesamtleistung von fast 232 Megawatt hinzugekommen. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2018 betrug das Minus beim Ausbau der Windkraft im vergangenen Jahr damit gut 94 Prozent.

Einbruch in ganz Deutschland

Allerdings kämpft die Branche bundesweit mit Gegenwind. Laut Fachagentur brach der Bau neuer Windräder an Land im vergangenen Jahr in Deutschland auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren ein. Demnach wurden nur 276 neue Anlagen in Betrieb genommen mit einer Gesamtleistung von 940 Megawatt. Im Vergleich zum Vorjahr war dies bei der Leistung ein Rückgang von mehr als 60 Prozent.

Hessen spielte im bundesweiten Vergleich mit einem Anteil von 1,5 Prozent an der zugebauten Leistung kaum eine Rolle. Ähnlich niedrigen Windkraft-Zuwachs wie in Hessen gibt es unter den Flächenländern auch in Baden-Württemberg sowie im flächenmäßig größten Bundesland Bayern, aber auch in Sachsen und im Saarland. Die meiste Leistung hingegen ging den Daten zufolge im vergangenen Jahr in Brandenburg ans Netz mit 57 Anlagen und rund 194 Megawatt (MW).

Fast nie ohne Gerichtsverfahren

Hessens will bis zum Jahr 2030 die Emissionen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid um 55 Prozent senken. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass fast keine neue Anlage mehr ohne Gerichtsverfahren gebaut werden könne.

Gegenwind kommt längst nicht nur von Bürgerinitiativen. Im Odenwald zum Beispiel wehren sich die Städte und Gemeinden gegen die Windkraftpläne des Landes. Mit einem eigenen Flächennutzungsplan wollten sie den Bau von Windrädern einschränken. Das Regierungspräsidium Darmstadt lehnte das ab - zurecht, wie Hessische Verwaltungsgerichtshof im vergangenen Jahr entschied.

Im Landtag sind die Oppositionsfraktionen von FDP und AfD grundsätzlich Gegner der Windkraft-Ausbaupläne der schwarz-grünen Landesregierung.