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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wursthersteller Wilke scheitert mit Eilantrag gegen Betriebs-Schließung

Firmenschild des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke, durch Gitterstäbe fotografiert.

Der Wursthersteller Wilke bleibt nach Keimfunden im Fleisch weiter geschlossen. Das Verwaltungsgericht Kassel lehnte einen Eilantrag des Unternehmens gegen die Schließung ab. Die Richter zitierten aus dem Prüfbericht über die ekelerregenden Zustände in einem der Lagerräume.

Angesichts des Prüfberichts durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg habe das Gericht keinen Zweifel daran, dass Produktionsstopp und Rückruf beim Wursthersteller Wilke alternativlos seien, "um erhebliche und schwerwiegende Gefahren für Leib und Leben einer Vielzahl von Menschen soweit wie möglich zu minimieren", erklärten die Richter am Montag in Kassel.

Das Unternehmen aus Twistetal-Berndorf hatte sich per Eilantrag gegen die Entscheidung der Lebensmittelüberwachung des Landkreises gewehrt, die Produktion nach dem Fund von Listerien zu stoppen. Wilke könnte nun noch in der Sache Beschwerde vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. (Aktenzeichen 5 L 2504/19.KS)

"Schimmel, Fäulnis, Gestank"

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Nach Angaben der Richter hat der Landkreis fehlerfrei Verstöße des Betriebs gegen das Lebensmittelrecht festgestellt. Dabei hob das Verwaltungsgericht besonders eine Feststellung der Prüfer hervor: Diese hätten von einem Lagerraum berichtet, in dem zum Verzehr untaugliches Fleisch lag, das entsorgt werden sollte.

"Der Raum war gefüllt mit völlig vergammelter Ware, Schimmel, Fäulnis, Gestank… am Boden war eine stinkende Flüssigkeit", zitierten die Richter. Durch diese Flüssigkeit fahrend sei mit einem Gefährt Ware nach draußen gebracht worden. Anschließend sei man erneut durch die stinkende Flüssigkeit in Räume gefahren, die als rein galten.

Drei Todesfälle in Zusammenhang mit Wilke-Wurst

Diese beschriebenen Mängel machten es nachvollziehbar, dass der Betrieb ideale Bedingungen für eine "Ansiedlung, Vermehrung und Verbreitung von Listerien" biete, erklärt das Verwaltungsgericht.

In Wilke-Wurst waren wiederholt Listerien gefunden worden. Drei Todesfälle werden mit Waren des Unternehmens in Verbindung gebracht. Wilke hat mittlerweile vorläufige Insolvenz angemeldet. Die 200 Mitarbeiter wissen nicht, wie es weitergeht. Der Insolvenzverwalter äußert sich nicht öffentlich zur Zukunft des Unternehmens und die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

NGG: Wiederaufnahme unwahrscheinlich

Ob es im Rechtsstreit über die Firmenschließung ein Hauptsacheverfahren gibt, ist unklar. Laut Verwaltungsgericht wäre dieses nötig, falls Wilke Schadensersatzansprüche gegen den Landkreis wegen der Schließung anstreben sollte.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist eine Wiederaufnahme des Betriebs unwahrscheinlich. "Ich sehe da schwarz", sagte Gewerkschaftsgeschäftsführer Andreas Kampmann: Die einzige Hoffnung für die Mitarbeiter sei weiterhin nur, dass sich ein Investor finde, der für die Firma eine neue Verwendung habe.

Sendung: hr-iNFO, 14.10.2019, 16.20 Uhr