Verdi-Demo mit Transparent: "6% - Wir sind es wert"
Sechs Prozent mehr - das will Verdi auch in Hessen für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Bild © picture-alliance/dpa

Es geht um 45.000 Beschäftigte: Bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst am Donnerstag wollen die Gewerkschaften mindestens sechs Prozent mehr Lohn. Um den Druck aufs Land zu erhöhen, wird am Dienstag gestreikt - und mancherorts auch demonstriert.

Videobeitrag

Video

zum Video Neue Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

Ende des Videobeitrags

Mit einem Warnstreik wollen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst an diesem Dienstag landesweit Druck aufbauen für die nächsten Tarifverhandlungen. "Alle Landesbeschäftigten sind aufgerufen, von morgens bis abends", sagt Ute Fritzel, Sprecherin der Gewerkschaft Verdi.

Konkret gemeint sind unter anderem: Hochschulbeschäftigte, Angestellte im Justizvollzug, im Sozial- und Erziehungsdienst, in der Forstwirtschaft und bei der Straßenmeisterei, bei Hessen Mobil und beim Staatstheater Kassel und erstmals auch studentische Hilfskräfte an den Hochschulen. "Die Klammer ist: All diese Menschen sind beim Land Hessen beschäftigt."

Gewerkschaften wollen sechs Prozent mehr Lohn

Neben Verdi beteiligen sich auch andere Gewerkschaften, die Landesbeschäftigte vertreten, an dem Warnstreik, darunter die GEW und die IG Bau. Demonstriert werden soll in Kassel, Marburg, Wiesbaden und Darmstadt. "Auch Beamte machen da mit, in ihrer Freizeit", kündigte Fritzel an.

Ziel der Arbeitnehmervertreter ist es, bei der anstehenden Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag und Freitag in Dietzenbach (Offenbach) möglichst viel von ihren Forderungen durchzusetzen: Sechs Prozent mehr Lohn, aber mindestens 200 Euro pro Monat, für alle 45.000 Landesbeschäftigten. Auszubildende sollen 100 Euro mehr erhalten.

Andere Bundesländer setzen Hessen unter Druck

Vor Beginn der Verhandlungen hatte Innenminister Peter Beuth (CDU) die Forderungen der Gewerkschaften als "völlig überzogen und unangemessen" zurückgewiesen, er sprach von Kosten in Höhe von rund 750 Millionen Euro. In der Zwischenzeit haben sich allerdings die übrigen 15 Bundesländer mit den Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt - demnach bekommen die Beschäftigten in drei Stufen insgesamt acht Prozent mehr, bei einer Laufzeit von 33 Monaten.

"Dieses Ergebnis kann Peter Beuth nicht gefallen haben", meint Ute Fritzel, gilt es doch als Orientierung für die jetzigen Verhandlungen in Dietzenbach, wo die Gewerkschaft aber eine kürzere Laufzeit erreichen will. Hessen ist 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ausgetreten und verhandelt seitdem separat mit seinen Beschäftigten. Vom Innenministerium hieß es, man werde sich bis Donnerstag nicht zu den anstehenden Verhandlungen oder zum Warnstreik äußern.