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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kontaktloses Bezahlen wird immer beliebter

Eine EC-Karte wird an den Bezahl-Terminal an der Kasse eines Supermarktes gehalten.

Im Geschäft mit einem Wisch zahlen, ohne die Karte an der Kasse in einen Schlitz zu stecken oder eine PIN-Nummer einzugeben: Immer mehr Menschen scheinen sich an diese bequeme und schnelle Art des Bezahlens zu gewöhnen. Doch es gibt auch Sorgen.

32 Prozent aller Besitzer von Girokarten mit Kontaktlos-Funktion bezahlen in Deutschland "im Vorbeigehen". Unter den Kreditkartennutzern sind es sogar 39 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Bundesbank in Frankfurt hervor. Für Bundesbankvorstand Burkhard Balz steht damit fest: "Das kontaktlose Bezahlen ist im Alltag angekommen." Mit Zahlen und Graphen lässt sich das allerdings nur schwer belegen: Konkrete Vergleichszahlen gibt es schlicht noch nicht.

Voraussetzung dafür ist eine Karte mit einem kleinen WLAN-Symbol. Denn nur diese Karten sind mit der sogenannten NFC-Technologie ausgerüstet. Kunden müssen sie an der Kasse nicht mehr in ein Gerät hineinschieben, sondern können sie kurz davor halten, damit alle nötigen Daten ausgetauscht werden. Bei geringen Beträgen bis zu 25 Euro ist nicht einmal die Eingabe einer Geheimnummer (PIN) nötig.

Mit der neuen Technologie sind allerdings längst nicht alle Bezahlkarten ausgestattet. So besitzen laut Bundesbank-Studie zwar fast alle der rund 3.100 Befragten etwa eine Girokarte. Aber davon ist nur jede zweite Karte NFC-fähig.

Versehentliches Bezahlen unwahrscheinlich

Manch einer mag sich sorgen, dass er mit solch einer Karte versehentlich bezahlen könnte. Doch ein Sprecher der Volksbank Kassel Göttingen beruhigt: "Nur durch das Vorbeigehen an einem Lesegerät werden keine Kartendaten ausgelesen oder unbeabsichtigt Zahlungen veranlasst." Denn die Daten würden nur in einem sehr geringen Abstand zwischen Karte und Kartenlesegerät übertragen.

Wenige Sicherheitsbedenken gibt es auch beim gemeinnützigen Onlineportal Finanztip. Das größte Risiko ist für Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen: "Wenn jemand seine Karte im Geldautomaten stecken lässt, und jemand anderes klaut sie oder kommt auf anderen Wegen an die Karte, dann kann er damit einkaufen gehen." Doch selbst dann dürften Kriminelle höchstens vier Mal abheben und maximal 100 Euro erbeuten können. Denn ab diesem Betrag fragen die Banken in der Regel die Geheimnummer ab - als weitere Schutzmaßnahme.

NFC-Funktion lässt sich oft abschalten

Wer beim kontaktlosen Bezahlen trotz allem ein mulmiges Gefühl hat, muss die Funktion in den meisten Fällen dennoch nicht nutzen. Benjamin Hagemann vom Chaos Computer Club (CCC) Frankfurt berichtet, auch seine Hausbank habe zunächst groß Werbung für den neuen Service gemacht: "Als ich meine Kundenbetreuerin aber dann gefragt habe, ob ich die Funktion deaktivieren kann, war ich positiv überrascht, dass sie sofort wusste, wie das geht."

Möglich ist das zum Beispiel bei der Norisbank, bei der Kasseler Sparkasse und der 1822direkt - ein Anruf genügt. Bei anderen Geldhäusern wie der GLS Bank und der Sparda-Bank Hessen können die Kunden das Ganze am Geldautomaten regeln. Das haben die Ortsgruppen des CCC in Frankfurt und Kassel gemeinsam ermittelt. Auch die Kunden der DKB können schriftlich oder per E-Mail beantragen, dass die NFC-Funktion bei ihren Karten abgeschaltet wird.

Weniger flexibel ist dagegen die ING. Dort müssten Kunden die Kontaktlosfunktion bei ihren Karten hinnehmen, ob es ihnen nun behagt oder nicht. 

Sendung: hr-iNFO, 15.01.2020, 14.20 Uhr