Glasfaser-Ausbau

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Glasfasernetz-Ausbau im Rhein-Main-Gebiet

Ein schnelleres Internet für große Datenmengen wünschen sich unter anderem Gamer, Industriebetriebe und Mobilitätsunternehmen. Doch Deutschland hinkt beim Ausbau des Glasfasernetzes hinterher. In Frankfurt und der Rhein-Main-Region soll bis 2025 vieles besser werden.

Egal, ob in der Industrie 4.0 Maschinen miteinander kommunizieren, der Pendler künftig per App ein fahrerloses Auto ordert oder der Gamer online das neueste Spiel zockt – schnelle Datenleitungen sind notwendig. Doch Deutschland ist gegenüber Japan, Litauen oder Lettland in diesem Bereich Entwicklungsland.

Der Regionalverband Frankfurt Rhein-Main hat das Thema nun für sich entdeckt und will den Ausbau des flächendeckenden Glasfasernetzes vorantreiben. "Um die Region zukunfts- und wettbewerbsfähig zu halten“, sagt Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU). Das Ziel lautet: Bis 2025 sollen alle Industrie-, Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet sein. Auch 50 Prozent der Privathaushalte im Rhein-Main sollen bis dahin gigabitfähiges Internet ins Wohnzimmer bekommen – spätestens 2030 sollen es 90 Prozent sein.  

150 Kommunen wollen schnelles Internet

Ehrgeizige Ziele. Um diese zu erreichen, haben 150 Kommunen im Rhein-Main Gebiet eine Absichtserklärung unterzeichnet; 75 Kommunen des Regionalverbands und 75 weitere Städte und Gemeinden (darunter Wiesbaden, Darmstadt und der Landkreis Bergstraße). Unter dem Motto "Ein Ansprechpartner für alle“ soll der Regionalverband stellvertretend und federführend Verhandlungen mit Telekommunikationsunternehmen aufnehmen.

Dabei soll geklärt werden werden, wo, wie und wieviel diese Unternehmen ins Glasfasernetz investieren wollen, welche Leistungen sie dabei von den Kommunen erwarten. Der Plan lautet: In 12 bis 15 Monaten sollen die Verträge unterzeichnet sein, dann können die Bagger rollen. "Die Unternehmen scharren schon mit den Hufen“, berichtet Thomas Horn. 

Künftig werden 500 Megabit nachgefragt

In Hessen gibt es eine 83prozentige Breitbandversorgung mit einer Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde. Im nationalen Vergleicht steht Hessen damit sehr gut da. Es wird aber erwartet, dass der Großteil der Haushalte in wenigen Jahren Bandbreiten von mehr als 500 Megabit nachfragen wird. Und dann reicht es nicht mehr, dass 50 Megabit am Verteilerkasten ankommen, das Kupferkabel diese Leistung aber vom Kasten nicht ins Wohnzimmer transportieren kann. "Die Haushalte müssen direkt ans Glasfasernetz angeschlossen werden", sagt der Verbandsdirektor.

Auch beim Thema "Mobilität der Zukunft“ seien die schnellen Datenleitungen dringend nötig, um beispielsweise über Apps die Möglichkeiten zu nutzen. "Vom ÖPNV, über Taxis, Leihfahrräder und –autos. Aber denken wir auch ein paar Schritte weiter, ans autonome Fahren“, sagt Rouven Kötter (SPD) vom Regionalverband. All diese Konzepte funktionieren laut Kötter nur, wenn das digitale Fundament da ist.   

Kosten nicht absehbar

In der Region Stuttgart wird ein sehr ähnliches Vorhaben mit 1,6 Milliarden Euro veranschlagt. 1,1 Milliarden kommen dort von der Telekom, wenn die Kommunen ebenfalls 500 Millionen Euro an Leistungen bereitstellen. Wie teuer der Glasfaserausbau im Rhein-Main Gebiet wird, steht aber noch nicht fest. Auch die Höhe der zur Verfügung stehenden Fördergelder ist noch unklar.

"Wir sind gerade in den Haushaltsverhandlungen", erklärt Digital-Staatssekretär Patrick Burghardt (CDU). Die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden will den Ausbau fördern. "Wir hoffen natürlich, dass wir so wenig Steuergelder wie möglich ausgeben", sagt Burghardt. Bedeutet, er hofft darauf, dass die Telekommunikationsunternehmen einen Großteil des Glasfaserausbaus stemmen werden.