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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Karstadtfiliale auf der Zeil gerettet

Karstadt-Filiale auf der Frankfurter Zeil

Die Karstadt Filiale auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil ist vorerst gerettet und muss somit nicht Ende Oktober schließen. Die Stadt Frankfurt teilte mit, dass das Kaufhaus zumindest bis Anfang 2025 erhalten bleibt.

Aufatmen für rund 240 Karstadt-Beschäftigte in Frankfurt. Die Filiale auf der Zeil wird nicht wie geplant geschlossen. Das teilten die Stadt und der Gesamtbetriebsrat (GBR) der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH am Freitag mit. Die Filiale sei von der Schließungsliste genommen worden, so der GBR.

Kündigungen werden zurückgenommen

Nach Angaben der Stadt soll das Kaufhaus mindestens bis Anfang 2025 am Standort bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen seien "weitgehend ausgeschlossen", bereits ausgesprochene Kündigungen würden wieder zurückgenommen.

Mit dem Vermieter wurden demnach günstigere Mietbedingungen ausgehandelt. Zudem hat die Stadt mit dem Signa-Konzern, zu dem Karstadt gehört, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Laut einem Sprecher des Planungsdezernats will der Konzern in den nächsten Jahren in die Innenstadt investieren.

Proteste gegen Schließung

Im Juni war beschlossen worden, das Haus als eine der 18 hessischen Karstadt-Filialen zum 31. Oktober dieses Jahres zu schließen. Das Unternehmen befindet sich in einem Schutzschirmverfahren, nachdem es durch die Corona-Pandemie in Schieflage geraten war.

Gegen die Schließung hatte es mehrfach Proteste gegeben. Für den Erhalt des Standorts hatten sich auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eingesetzt. Bouffier zeigte sich am Samstag erleichtert über die Entscheidung. Er freue sich für die 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Die Gespräche haben sich insgesamt gelohnt und ich bedanke mich für die Kompromissbereitschaft und das Entgegenkommen aller Beteiligten", teilte er mit.

"Wir freuen uns sehr, das Haus weiter fortzuführen", sagte Karstadt-Finanzvorstand Miguel Müllenbach laut der Mitteilung der Stadt. Der Erhalt der Filiale sei das "Ergebnis einer tollen Teamleistung", an dem die Frankfurter Politik großen Anteil habe.

Bis zur "persönlichen Verzweiflung" gebangt

Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, nach drei Monaten des "Bangens bis zur persönlichen Verzweiflung" sei es mit Unterstützung des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) und flankierenden Maßnahmen der Landespolitik gelungen, einen tragfähigen Kompromiss zu erzielen. Die Geschäftsführung müsse nun die "Stimmung des Ausverkaufs" bei den Beschäftigten zum Positiven wenden.

Mitte Juni kündigte Karstadt dann an, 62 seiner bundesweit 172 Warenhäuser schließen zu wollen. Die Zahl konnte durch Zugeständnisse von Vermietern und Hilfen von Kommunen noch einmal reduziert werden. Anfang August waren es noch mehr als 40. Dazu gehören auch die hessischen Filialen in Frankfurt-Bergen-Enkheim, in Sulzbach (Main-Taunus) und in Fulda, außerdem das "Schnäppchencenter" in Gießen.

Sendung: hr-iNFO, 11.9.2020, 19 Uhr